Etappe 2: Mit der Fähre nach Sardinien

Dienstag – Mittwoch, 26./27.8. Olbia – Calla Ginepro

Sonne, Sand und Meer!

Wir sind rechtzeitig an Deck und bewundern den Sonnenaufgang, während die Fähre gemächlich den Hafen von Olbia ansteuert. Mit etwas Verspätung landen wir um 7:00 früh. Das Ausladen geht recht rasch und ehe wir uns versehen sind wir schon auf der Landstraße. In einem kleinen Dörfchen halten wir an und genießen ein kleines Frühstück bevor wir zu unserem Campingplatz weiterfahren. Schnell ist er gefunden und unter schattigen Pinien parken wir Schnecki in der Nähe des Strandes.

Den Abend lassen wir im Campingplatz Restaurant ausklingen, das sogar diesen Namen verdient.

Der Mittwoch ist unser „erster freier Tag“ – klingt echt komisch, wenn man auf Urlaub ist, oder? Aber irgendwie fühlt sich das so an, kein Autofahren, sondern einfach am Strand liegen, oder im Schatten der Pinien sitzen und nix tun, außer diesen Blog hier verfassen.

Am Abend im Restaurant stellen wir fest, wir sind fünf Tage in Italien und es ist unsere vierte Pizza. Mal sehen wie weit wir es bis zum Urlaubsende bringen!

Donnerstag, 28.8. Calla Ginepro – Serra Orios – Su Gologne – Calla Gonone

Sardinien pur

Nach einem ausgiebigen sind wir wieder auf Achse. Diesmal geht es ein Stückchen ins Landesinnere zu Serra Orios, einer Nuraghen Siedlung.

Die Nuraghen war eine sehr kämpferische Hirtenkultur, die sich im 2. Jt. Auf Sardinien etablierte. Ob Ureinwohner oder Besiedler, lässt sich durch die Ausgrabungen nicht beantworten. Derzeit sind 7.000 Nuraghensiedlungen auf Sardinien bekannt. Das waren kegelförmige Festungstürme aus roh aufeinander geschichteten Steinblöcken. Nirgendwo auf der Welt hat man Vergleichbares bisher gefunden. Um die Türme gruppierten sich häufig kleine Behausungen, ca. 13m² groß. Die Siedlung war mit dicken Steinmauern geschützt. Jeder Turm hat ca. das Gebiet im Umkreis von 1km kontrolliert. Die Siedlungen wurden zwischen 1.800 und ca. 500 v. Chr. bewohnt und danach aufgegeben.

In Serra Orios wurden siebzig Behausungen freigelegt, aber das Dorf war noch größer. Durch die hohen Mauerreste bekommt man einen guten Eindruck, der damaligen Siedlung.

Danach geht es weiter zur Su Cologne. Hier entspringt die stärkste Quelle der Insel. Auf einem schattigen Plätzchen halten wir ein erfrischendes Picknick, bevor wir die Quelle besichtigen. Hier ist es angenehm kühl und man sieht, wie tief es hinab geht. Der Ursprung der Quelle ist ein gigantisches unterirdisches Wasserreservoir, dessen Tiefe noch nicht erkundet werden konnte – bisher 138 Meter, weiter konnte man nicht tauchen.

Nun geht es zum letzten Teil unserer heutigen Etappe, wir kurven in steilen Serpentinen 800m hinunter Richtung Küste in dem Wissen, dass wir morgen früh alles wieder retour fahren werden. Cala Gonone ist ein typischer Ferienort, mit einer hübschen Uferpromenade an der wir abends entlang flanieren. Überall werden Tagesausflüge angeboten zu den umliegenden Buchten, die nur mit Booten zu erreichen sind. Sicherlich wäre das schön, aber die Vorstellung mit 20 anderen Personen einen ganzen Tag auf einem Boot in der heißen Sonne zu verbringen überzeugt uns nicht.

Freitag, 29.8. Cala Gonone – Camping Coccorrocci

Mitten in der Pampa von Sardinien

Heute ist Baden und Natur angesagt. Beim Frühstück überlegen wir die nächsten Optionen, blättern alle drei Reiseführer durch und entscheiden uns für Camping Coccorrocci, etwas abgelegen vom touristischen Mainstream. Wir kurven an der Küste entlang, und je näher wir unserem Bestimmungsort kommen, umso einsamer und „natürlicher“ wird die Umgebung, das GPS empfängt kaum ein Signal und schließlich gibt es gar keinen Empfang mehr für unser Tablet. Da, obwohl man es kaum für möglich hält, stehen wir plötzlich vor dem Tor des Campingplatzes.

Das große Areal ist nicht sehr stark bevölkert und so finden wir schnell ein schattiges Plätzchen, gleich neben dem Schwimmbad, das wir aber nicht benützen, sondern direkt zum Strand pilgern. Hier erwarten uns große Kiesel anstatt weißem Sand. Also in die Badeschuhe geschlüpft und hinein ins kühle Nass, das wirklich erfrischt!

Hier ist es so einsam, dass wir am Abend den schönsten Sternenhimmel bewundern können. Über dem Meer spannt sich die Milchstraße über das nächtliche Firmament. Überall glitzert und blinkt es, wie wir es schon viele Jahre nicht mehr erlebt haben. Wir sitzen am Strand, sehen in den Himmel und lauschen den Wellen, die sanft ans Ufer spülen.

Samstag, 30.8. Camping Coccorrocci – Supermarkt – Costa Rei

Sonne, Sand und Meer

Sobald wir aus der Pampa wieder auf die Hauptstraße einbiegen, haben wir wieder Empfang. Also schnell das nächste Ziel eingetippt, die Costa Rei – ein 10km langer Traumstrand mit feinem weißen Sand und Wacholderdünen. Unsere Vorräte gehen langsam zur Neige und deshalb suchen wir, bevor es zum Traumstrand geht noch einen Supermarkt. Anders als in Frankreich, wo man an jeder Ecke einen riesigen Supermarkt mit bestens sortierten Fisch-, Käse-, Wurst- und Fleischständen findet, erinnert in Italien ein Mega-Supermarkt mehr an einen Tante Emma Laden. Nach einigem Suchen werden wir fündig und decken uns mit Ravioli, frischem Brot, Milch und natürlich Weiß- und Rotwein ein. Bald darauf haben wir auch unser Ziel erreicht, aber zu unserer Enttäuschung ist der Campingplatz trotz Nachsaison total belegt. Das bedeutet, wir müssen eine andere „Herberge“ suchen. Reiseführer gezückt, der nächste Platz ist 6km weiter. Hier werden wir fündig, ganz nahe am Strand und nachdem wir uns eingerichtet haben, erobern wir den Bilderbuchstrand. Wir sehen den Surfern und Kitesurfern zu, wie sie bei idealen Windverhältnissen über das Wasser flitzen. Dann stürzen auch wir uns in die Fluten. Am Abend steht Pizza Nr. 5 auf unserem Speisezettel.

Sonntag, 31.8., Costa Rei – Cagliari – Torre di Chia

Sardiniens Hauptstadt menschenleer

Mit schweren Herzen nehme ich Abschied von diesem wunderschönem Strand, aber Cagliari, die Hauptstadt Sardiniens am Sonntag zu besichtigen ist trotz allem die bessere Entscheidung. Alle Italiener weilen am Spiaggia während wir uns direkt gegenüber dem Rathaus auf einem leeren Parkplatz einparken. Hier präsentiert sich Cagliari von seiner prächtigsten Seite, die Via Roma mit ihren breiten Arkaden und Gebäuden aus dem 19.Jh sind ein imposanter Anblick. Daneben steht der neugotische Palazzo Communale, das Rathaus. Es ist s..heiß, besonders um die Mittagszeit. Also flüchten wir in die kühlen Gassen und mit einer großen Eistüte bewaffnet klettern hinauf zum Castello, dem ältesten Teil Cagliaris, von den Pisanern und Aragoniern auf einem Berg erbaut. Dicke Mauern schützen die Patrizierhäuser und die Kathedrale. Wir betreten das Castello durch das Elefantentor. Egbert klettert hinauf und genießt den Blick über die Stadt und den hafen, während ich mich im Schatten abkühle und das Foto schieße. Wie gesagt, es ist Sonntag und alle Kirchen sind verschlossen, schade, wir hätten sie gerne von innen gesehen! So machen wir einen Rundgang, durch die menschenleeren Gassen und landen schließlich wieder unten beim Hafen.

Wir sind erleichtert, denn Schnecki ist unversehrt. Seit unserem Frankreich Erlebnis sind wir vorsichtig geworden und nun  werden jedes Mal sämtliche Wertsachen ordentlich – bzw. unsichtbar – verstaut. Frohgemut reisen wir weiter zu unserem nächsten Stützpunkt, Torre di Chia – auch hier ist der Strand wunderschön, eine kleine Bucht mit glasklarem Wasser. Und hier werden wir ausruhen, damit ich endlich den Blog online stellen kann!

Montag, 1.9. Torre di Chia

Herrlich so ein Ruhetag! Morgens werden wir sehr stürmisch von einem heftigen Wind begrüßt. Alles flattert und knattert. Nachdem sich die Butter in Windeseile mit Staub „überzuckert“ verlegen wir das Frühstück in das Wageninnere, während es draußen saust und braust. Also beginne ich wie vorgenommen an meinem Blog zu feilen während die Wäsche in der Campingplatzwaschmaschine ihre Runden dreht. Zumindest einen Vorteil hat der Wind, die Wäsche trocknet sehr schnell. Am späten Nachmittag lässt das Sausen endlich nach. Wir erklimmen den Torre und genießen den Ausblick über die Bucht und das Umland. Die gesamte Küste Sardiniens war einst von Torres bewacht. Meistens waren sie von zwei Soldaten besetzt, die Alarm schlugen, wenn sich feindliche Schiffe hauptsächlich Piraten näherten. Es gab aber auch Torres mit einer Besatzung von zehn Soldaten, die sogar mit Kanonen ausgestattet waren. Jedenfalls lagen diese Torres in Sichtweite an strategisch günstigen Aussichtspunkten, um Nachrichten schnell weiterleiten zu können. Derzeit ist man dabei, die noch vorhandenen Torres zu restaurieren um ein Stückchen der Sardischen Geschichte zu bewahren. Den Abend lassen wir bei Pizza und Fritto Misto Mare ausklingen.

Dienstag, 2.9. Torre di Chia – Sant‘ Antiochu – Buggeru

Strand – Strände – am Strändesten

Heute geht es weiter Richtung Norden, denn das Ziel ist – einmal Sardinien rundherum. Wie immer starten wir am späten Vormittag, nachdem alles verstaut, ab- und aufgefüllt ist. Unser nächstes Etappenziel ist die Insel Sant‘ Antiochu, die über einen Damm mit Sardinien verbunden ist. Auf der Durchreise entdecke ich in einem Dörfchen einen Laden, der Strandutensilien verkauft und finde endlich eine Hängematte. Dieses Utensil fehlt bisher in unserer Ausstattung, denn unsere Campingstühle sind nicht sehr bequem, wenn man sich ausruhen oder ein Buch lesen will.

Wir fahren über den Damm auf die Insel, fahren mit Schnecki eine kleine Stadtrundfahrt und beschließen weiterzufahren. Es ist schon später Mittag und Hunger meldet sich. Kurz darauf entdecken wir einen wunderschönen Strand mit Parkplatz, halten an und genießen einen Mittagsimbiss mit direktem Blick aufs blaue Meer. Nach dem Espresso folgt noch ein kurzer Verdauungsspaziergang über den Strand, der wirklich sehenswert ist. Danach geht es weiter zu unserem Übernachtungsziel. Allerdings liegt der einzige Campingplatz weit und breit ca. 1km im Landesinneren, keine sehr reizvolle Vorstellung. Aber Egbert hat etwas anderes entdeckt, einen Stellplatz bei einem Pizzarestaurant in der Nähe, den wollen wir erkunden. Wenn es nix ist, können wir noch immer ins Landesinnere ausweichen. VON WEGEN!!!! Der Stellplatz entpuppt sich als Traumlage – eben am Strändesten! In Terrassen sind breite Flächen angelegt, wo man das WoMo gegen eine Tagesgebühr von 10€ parken kann, mit einem herrlichen Blick über das Meer und den Strand. Schnell ist ein Plätzchen gefunden, wir parken und genießen eine Aussicht, die wirklich bemerkenswert ist. Der einzige Nachteil – es gibt keinen Stromanschluss, also wird der Kühlschrank auf Gasbetrieb gestellt und die Kaffeemaschine für den Espresso mit dem eingebauten Konverter für die Klimaanlage betrieben. Am Abend klettern wir zum Strand hinunter halten unsere Füße in die warmen Wellen und genießen, genießen, genießen.

Das Rauschen der stürmischen Brandung wiegt uns in den Schlaf.

Mittwoch, 3.9. Buggerru

Am Morgen beim Frühstück mit Blick auf das türkisfarbene Meer wird einstimmig beschlossen noch einen Tag anzuhängen. Am Vormittag machen wir einen ausgiebigen Strandspaziergang und danach einen kurzen Abstecher ins nahegelegene Buggerru, ein ehemaliges Bergwerksdorf, um uns im Mercato mit dem notwendigsten einzudecken. Den Nachmittag verbringen wir am Strand, lassen die Füße und die Seele baumeln und uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Während ich das Abendessen richte versucht Egbert den Sonnenuntergang vor unserer Türe in Bildern festzuhalten. Ich denke, das ist ihm ganz gut gelungen!

Donnerstag, 4.9. Buggerru – Alghero

Heute früh ging es nach dem Frühstück nochmals nach Buggerru, denn dort gibt es am Hafen eine Camper Service Stelle, um das Abwasser loszuwerden. Das haben wir gestern erkundet leider während der Siesta und da geht in Italien und ganz ganz besonders in Sardinien nämlich gar nix!

Also nochmals hin – diesmal zwar nicht zur Siesta Zeit sondern zur Festzeit, denn der gesamte Hafen ist abgesperrt wegen einem Riesenfest zu dem viele Busse mit noch mehr Leuten gekommen sind. Irgendwie schafft es Egbert mit seinem Charme sich bis zum Hafen durchzuschlagen, wo wir endlich alle Abwasser loswerden. Als wir erleichtert die Weiterreise antreten wollen, geht gar nix mehr! Wir sollen warten, bis Luna – das ist, stellt sich heraus 13:00 – ein bisserl lang! Die nette Polizistin in ihrer feschen Uniform palavert per Funkgerät lautstark mit ihrer Kollegin, die ein striktes Niente ertönen lässt. Egbert lässt nochmals nicht nur den Charme spielen sondern wirft noch eine Notlüge drauf, dass wir heute noch nach Livorno zur Fähre müssten. Das Palaver beginnt von vorne, und klingt genauso hysterisch wie vorhin. Aber auch das kann Egbert nicht aus der Ruhe bringen, er interpretiert es als italienische Conference und wartet ab. Diese Beharrlichkeit führt, wie gewohnt zum Ziel, denn plötzlich winkt uns die nette Polizistin weiter und wir dürfen gegen die Einbahn durch das ganze Dorf fahren, wobei uns alle Polizisten, die am Rande postiert sind freundlich durchwinken, nur die „Hysterische“ ignoriert uns pflichtschuldig!

Nun geht es an der Küstenstraße entlang, neben dem türkisblauem Meer, einem azurblauem Himmel und blühenden Oleanderbüschen. Da wir auf unserer Klippe einen Tag angehängt haben, hinken wir im Zeitplan hinten nach. Deshalb ist die heutige Etappe auch doppelt so lang. Wir kurven und kurven, bergauf und bergab, langsam beginnen unsere Mägen zu knurren, aber weit und breit ist kein ordentliches Ristorante zu finden oder wenigstens ein nettes Halteplätzchen. Endlich, als wir die Hoffnung schon fast aufgeben, landen wir bei einem Sandstrand am Meer. Hier essen wir gemächlich bei offenem Fenster mit Blick aufs Meer. Und gestärkt setzen wir unsere Reise fort und landen am späten Nachmittag auf dem Campingplatz bei Alghero. Ein Plätzchen ist schnell gefunden unter Bäumen, direkt an der Lagune neben der alten Römerbrücke, die uns an Avignon erinnert.

Freitag, 5.9. Alghero

Nach einem ausgiebigem Frühstück mit direktem Blick auf die Römerbrücke geht es zur Bushaltestelle, direkt neben dem Campingplatz. Während der Fahrt hinein nach Alghero zähle ich auf, wo wir schon überall mit Öffis unterwegs waren, die Liste ist mittlerweile beachtlich – beginnt mit B, wie Bangkok und endet mit W, wie Wien. Dazwischen liegen so illustre Orte wie New York, Marrakesch, Aix en Provence, usw., bevor wir fertig sind mit dem Aufzählen sind wir schon bei der Endstation, direkt am Hafen angelangt.

Alghero gilt als schönste Stadt Sardiniens. „Sardisch ist sie allerdings nicht, da die Spanier hier fast 400 Jahre lang regierten. Der spanische Charakter jhat sich bis heute erhalten, in den zweisprachigen Aufschriften und in der Architektur, schmale Pflasterstrassen, historische Prachtfassaden, verstreute kleine Piazzas. Die meisten Bewohner sind noch immer katalanischer Abstammung und man spricht einen katalanischen Dialekt.

Zum Hafen hin ist die Altstadt durch mächtige Bastionen geschützt, wir steigen die Treppen hinauf und landen auf jener Piazza, wo einst Karl V. im Palazzo Albi aus einem gotischen Zwillingsfenster hinausgesehen hat. Das betreffende Fenster ist noch immer zu sehen, seine Flügel sind geöffnet, so als wäre Karl V. noch immer drinnen. Wir schlendern durch die engen Gassen, die eine angenehme Kühle spenden in der sengenden Mittagshitze. Wir besuchen die Chiesa San Francesco aus dem 14. Jh. Danach besichtigen wir die Kathedrale, welche auf den Resten einer Moschee während der Herrschaft der Sarazenen im frühen Mittelalter gebaut wurde. Die Größe der Kirche offenbart sich erst in ihrem Inneren, zwischen den engen Häusern ist außen nur die Rückwand mit dem hohen Campanile (Glockenturm) erkennbar. Zum Schluss flanieren wir entlang der Stadtmauer, betrachten das bunte Treiben und wandern schließlich wieder Richtung Busstation. Müde kehren wir zum WoMo zurück und genießen die Abendstimmung am Ufer der Lagune.

Samstag, 6.9. Alghero – Nuraghe Palmavera – Basilica della Santissima Trinita – Castelsardo – Valledoria

Heute starten wir zu unserer letzten Etappe, die Nordküste Sardiniens. Das erste Ziel ist nicht weit, die Nuraghe Palmavera, diese beeindruckende Anlage liegt direkt an der Hauptstrasse, mit einem Haupt-und Nebenturm aus riesigen Sandstein und Trachytblöcken, sowie Grundmauern von 50 Hütten. Der Hauptturm stammt aus 1.500 v. Chr., während der Nebenturm erst 400 Jahre später hinzugefügt wurde, ebenso wie die Festungsmauern rundherum. Vom Hauptturm ist auch das Dach noch komplett erhalten, erstaunlich wie viele Jahrhunderte, bzw. Jahrtausende dieses Bauwerk schon standhält! Wir klettern durch die erstaunlich gut erhaltene Anlage und ich hole mir eine saftige Beule, weil die steinernen Türbogen wirklich niedrig sind. Aber ich bin sicherlich nicht die erste, der dies passiert, wer weiß wie viele schon vor mir sich die Stirn gerieben haben! Im Festungsbereich wurden auch die Grundmauern einer Versammlungshalle freigelegt.

Auf der Weiterreise halten wir in Sassari der zweitgrößten Stadt beim riesigen Supermarkt der französischen Kette Auchan. Egbert findet köstlichen Fromage, und die Sardinen fürs Abendessen landen ebenfalls im Einkaufswagen, so wie das knusprige Baguette, was ich vermisse sind die herrlichen französischen Pasteten. Nicht eine einzige ist zu finden, dafür Meterweise alle möglich Ab- und Unarten von Prosciutto! Also merkt man doch, dass man in Italien ist, obwohl, die korsische Küste ist nicht mehr weit!

Danach geht es weiter ins Landesinnere, zur Basilica della Santissima Trinita. Diese Kirche steht kann alleine in einem breitem Tal, vom angeschlossenen Kamaldulenser Kloster sind nur mehr Ruinen zu sehen. Die Kirche aus dem 12. Jh ist im typisch pisanisch-toskanischen Stil erbaut, der unverwechselbare Zebralook aus weißem Kalk und schwarzem Basalt. Der Parkplatz ist sehr leer, und so stellt Egbert Schnecki sehr großzügig ab. Wir dinieren frischen Käse und knuspriges Baguette mit direktem Blick auf die Kirche. Nach dem Espresso besichtigen wir dann die Kirche und die Klosterreste.

Am späten Nachmittag brechen wir auf zu unserer letzten Etappe, Richtung Castelsardo, ein hoher Fels, an drei Seiten vom Meer umspült, die altergrauen Mauern eines genuesischen Kastells, am Hang darunter pastellfarbene Häuserfronten in der Abendsonne. Wir finden ein Plätzchen am Hafen und fotografieren, danach gibt es eine kleine Stadtrundfahrt während wir unserem Schlafplatz zustreben, einer Klippe direkt über dem Meer.

Sonntag, 7.9. Auf den Klippen Valledorias

Hier gefällt es uns so gut, dass wir aus zwei Nächten drei machen, die Ruhe genießen, die herrliche Aussicht und ab und zu den kleinen Weg hinunter zum Strand nehmen um ins warme Meer einzutauchen.

So lässt sich Urlaub machen!

Dienstag, 9.9. Palau

Weiter geht es die Westküste entlang Richtung Norden nach Palau. Eigentlich hatten wir einen Ausflug auf die nahe Insel geplant, aber wir lassen das Schiffchen vorbeiziehen und denken mit Wehmut an unsere schönen Klippentage.

Aber auch dieser Campingplatz hat etwas Besonderes zu bieten, er liegt mitten in den Felsen des Capo d’Orso ( des Bärengebirges), die hier bis zum Meeresufer reichen. Wir klettern zwischen den Felsen herum und bewundern zum wiederholten Male die herrliche Aussicht und Natur Sardiniens.

Bevor wir am nächsten Tag zu unserer letzten Etappe aufbrechen lassen wir nochmals unseren Blick über die Bucht von Palau schweifen mit ihren vorgelagerten Inseln.

Mittwoch, 10.9. Costa Smeralda

Danach geht es entlang der Costa Smeralda, der Tummelplatz der Reichen und Superreichen mit herrlichen Blicken über die Klippen und Buchten.

Unser letzter Übernachtungsplatz liegt schon ganz nahe von Olbia. Auch dieser Campingplatz hat einen wundervollen Swimmingpool. Wir liegen in der Sonne, und genießen unseren letzten Abend auf Sardinien.