2017/09 Kroatien


Mittwoch, 30.08.2017 – Wien – Opatija (59.850 km)

Gefahrene km: 490

Morgens früh aus den Federn, das Federbett eingepackt, der Kühlschrank umgeräumt, noch schnell frisches Brot gekauft und ab geht es auf die Südautobahn. Wir kommen zügig voran und erreichen bald Slowenien. Diesmal zahlt sich die sauteure Mautvignette (€ 30 / Monat) wenigstens aus, weil wir Slowenien längs durchqueren.

Übrigens: Laut ÖAMTC wo wir die Vignette im Vorhinein gekauft haben, zahlt man sogar € 60, wenn im Zulassungsschein nicht separat „Wohnmobil“ angeführt ist. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber die nette Dame hat dreimal nachgefragt. Ja, es steht drinnen – Gott sei Dank!

Nun um 17:30 biegen wir müde aber erleichtert in den Draga Camp ein, finden ein nettes Platzerl und dann wird US Open geschaut, nachdem unsere arme SAT Schüssel lange und beharrlich nach einem Signal gesucht hatte. Ach ja. das letzte Mal versah sie in Schottland ihren Dienst und von dort ist sie einen anderen Winkel gewohnt. Das dauert, bis man umdisponiert hat!

Im Gegensatz zu unserem letzten Urlaub in Schottland können wir den schmackhaften Grenadiermarsch diesmal outdoor genießen – so kann der Urlaub beginnen.  Danach fallen wir zufrieden, aber müde in die Betten.

Donnerstag, 31.08.2017 – Opatija – Cres (60.360-60.406km)

Gefahrene km: 46
Übernachtung: CampDraga € 35,16

Auch heute können wir unser Frühstück outdoor genießen, packen anschließend gemütlich zusammen, denn heute ist unsere Strecke sehr kurz. Nachdem unser Italiener sein Lacki gemacht hat, geht es Richtung Fähre nach Cres. Das Ticket ist schnell gekauft und ZACK rutschen wir als letzte auf die Fähre, die bereits den Motor dampfen lässt und sogleich ablegt. Auf der gut gefüllten Fähre zähle ich insgesamt neun Womos, in allen Größen und Altersstufen.

Cres ist die zweitgrößte Insel Kroatiens mit 66 km Länge, aber nur 3.200 Menschen wohnen hier. Schon nach 20 Minuten erreichen wir die Insel, husch, husch runter von der Fähre, entlang an einer nicht enden wollenden Schlange von Autos, Womos und Wohnwagengespannen, die geduldig darauf warten aufs Festland zu gelangen. Na, das wird dauern, weil derzeit nur eine Fähre verkehrt! Erleichtert „brausen“ wir die steile Straße hinauf Richtung Camp Kovacine, unserem nächsten Stopp.

Wir fahren einen einzigen Geröllhaufen entlang in dem sich tapfer kleine Bäume behaupten. Wie kann man nur von so wenig Erde leben? Im Reiseführer lese ich, dass die Ursache dafür die geografische Lage der Insel ist. Cres ist die einzige Insel die in Nord-Süd Richtung verläuft und somit der Bora ungehindert preisgegeben. Unendliche Steinmauern durchziehen die Landschaft, kaum zu unterscheiden vom steinigen Boden.

Oben auf dem Bergkamm halten wir kurz an um eine Gruppe Gänsegeier zu beobachten, welche die Thermik der Berghänge nutzt um ihre Kreise zu ziehen. Hier gibt es ein Reservat, wo die sehr seltenen Vögel auch erforscht werden. Rund 70 Gänsegeier Paare leben hier. Gänsegeier haben eine Flügelspannweite von 2,8 m, erreichen ein Gewicht bis zu 15 kg und zählen zu den größten Vögeln. Geradeaus erspähen sie ihre Beute 12 km weit und von oben 6 km tief. Beute ist gut gesagt, denn sie sind Aasfresser. Hier auf Cres sind es hauptsächlich Schafe, Füchse und Hasen. Die Tierkadaver werden mit Putz und Stingl verputzt. So verhindert die Geierpolizei die Ausbreitung von Infektionskrankheiten.

Hier entdecke ich diese herrliche Bucht ganz unten am Abhang des Berges.

Weiter geht es Richtung Cres/Stadt, wo wir uns noch schnell mit frischem Gemüse eindecken bevor wir den riesigen Campingplatz entern. Immerhin bietet Camping Kovacine 1.150 Stellplätze. Man schickt uns mit Lageplan bewaffnet aus uns selber ein passendes Plätzchen zu suchen. Und bald haben wir auch eines entdeckt, also schnell zurück bevor jemand anderer uns zuvorkommt, denn wir sind wahrlich nicht die einzigen, die an einem Donnerstag hier einchecken wollen.

Trotz des riesigen Areals wirkt unser Stellplatz sehr intim, durch die krummen Olivenbäume und niedrigen Hecken. Auch der Stellplatz selbst ist sehr großzügig angelegt. Gerade von solchen „Monsterplätzen“ sind wir sonst ganz anderes gewohnt.

Bald haben wir uns ordentlich platziert, die SAT-Schüssel ausgefahren – geht diesmal recht flott – denn heute spielt unser Nationalheld, Dominik Thiem. Es ist sehr heiß und so gibt es einen erfrischenden Thunfisch-Salat zum Mittagessen. Nach ein bisserl Siesta sind wir bereit die Gegend zu erkunden. Unser Platz liegt in Strandnähe, also hinunter gestapft, zwischen den an der Mole eng an eng stehenden Womos, auf die Promenade. Zuerst gehen wir in westliche Richtung, um die Größe des Campingplatzes zu erkunden. Vor dem FKK-Bereich drehen wir allerdings um, denn das ist nicht so unser Ding, und wenden uns Richtung Cres/Stadt. Wir gehen entlang einem schmalen Strand und viel Beton, passieren eine große Hotelanlage, einen weiteren winzigen Campingplatz und den allgemeinen Strand in Sichtweite das kleine Städtchen.

Einst schützte eine venezianische Stadtmauer vor den Pirateneinfällen, aber im 19. Jh wurde der größte Teil davon abgerissen, übrigblieb ein Stadttor und ein kurzer Mauerabschnitt. Wandert man durch das Stadttor erreicht man die winzigen verwinkelten Gässchen, die eindeutig aus vormotorisierter Zeit stammen, mitten drin das Pfarrkirchlein aus dem 15. Jh.  Wir schlendern wieder Richtung Hafenbecken, das von drei Richtungen komplett mit Gebäuden umsäumt ist. Überall kleine Bistros und Cafés, die gerne von Touristen frequentiert werden. Auch wir bekommen Hunger, haben aber nur 220 Kunar eingesteckt, weil wir eigentlich nur spazieren gehen wollten. Ein kurzer Blick auf die Menükarte der Pizzeria verrät uns, es genügt um unsere Mägen zu füllen. Also flugs ein Plätzchen gesucht und Pizza bestellt. Gerade rechtzeitig denn 15 Minuten später sind alle Tische besetzt und kurz darauf stehen die Menschen geduldig in der Schlange um darauf zu warten, dass ein Platz frei wird. Wir genießen unsere Mini-Pizzen und machen uns früher als gewollt auf den Weg zurück zum Campingplatz.

Den Abend lassen wir vor dem Womo ausklingen und nach einer erfrischenden Dusche geht es ins Land der Träume.

Freitag, 01.09.2017 – Cres – Valun – Cres

Gefahrene km: 33 (Moped)
Übernachtung: Camp Kovacine € 35,10

Der Morgen zeigt sich erfrischend bewölkt. Schon in der Nacht haben mich ein paar Regentropfen aus dem Bett gejagt um schnell die Campingmöbel ins Trockene zu stellen.

Als Egbert unter der Dusche steht, streikt plötzlich die Pumpe, wenigstens vor dem Einseifen! Also wieder anziehen und nachsehen. Mit Gewebeklebeband wird ein Wackelkontakt stabilisiert aber irgendwie haben wir das Gefühl, dass die Tage unserer SHURFLO Pumpe gezählt sind. Für den langen Schottland Trip hatte ich noch angedacht, ein Ersatzteil mitzunehmen, aber ein kurzer Blick zeigte uns, das Teil ist nicht billig und in England, DEM Camperland würden wir sicherlich Ersatz finden. Für Kroatien hatte ich dieses Vorhaben total vergessen und nun stehen wir da!

Campen ohne eigene Nasszelle ist nicht so unser Ding. Wir schätzen die Unabhängigkeit und unser kleines Privatbad. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Mit einem Zahnstocher stabilisiert Egbert den Wackelkontakt an einem kleinen Kabelstecker. Hoffentlich hält die Pumpe und zuhause wird dann sofort eine neue eingebaut.

Na der Morgen hält noch mehr Überraschungen bereit, dicke Wolken verdüstern den Himmel. Sollen wir outdoor frühstücken oder lieber im Trockenen. Ein Kompromiss ist schnell gefunden indem die Markise ausgefahren wird und schon frühstücken wir während es frischfröhlich vor sich hingießt. ACCU Weather hatte den Wetterwechsel bereits vorhergesagt. Mal sehen, wie lange das andauern wird. Eigentlich hatten wir heute vor eine kleine Inselerkundungstour mit dem Moped zu unternehmen und jetzt sitze ich hier und schreibe meinen Blog.

Um 4 Uhr Nachmittag hellt sich der Himmel auf und wir schwingen uns auf unsere „Maschin’“ Richtung Valun. Auf der Insel Cres gibt es nur eine Ebene, nämlich das Meer, der Rest geht bergauf und bergab mit 11% Steigung, manchmal auch mit 13%. Egbert steht auf dem Brettl und unsere weiße Maus müht sich treu und tapfer den Berg hinauf, jeder Marathonläufer würde uns mit links überholen. Aber wir sind froh über unseren motorisierten Untersatz und überholen locker ein paar Mountainbiker. Weiter geht es hinauf und wieder hinunter immer entlang der Küstenlinie am dunkelblau glitzernden Meer. Und weil es so schön ist, machen wir einen kleinen Stopp.

Endlich erreichen wir Valun, das kleine autofreie Fischerdörfchen. Hier wurde die Fernsehserie „Der Sonne entgegen“ gedreht, die ich nie gesehen habe. Na, vielleicht sollte ich diese Bildungslücke einmal nachholen.

Valun

Fürs erste parken wir unsere weiße Maus neben den vierrädrigen Karossen am Ortsrand und schlendern die „Hauptstraße“ entlang Richtung Hafen. Uns gefällt dieses kleine gemütliche verschlafene Nest. Schnell ist es durchgewandert von einem Ende bis zum anderen, die Restaurants erkundet und eines ausgewählt, wo wir uns unter dem Blätterdach eines uralten Weinstocks niederlassen. An der Wand sind Repliken der wichtigsten glagolitischen Denkmäler zu bewundern.

Kurzer Exkurs für jene, die nicht wissen, was das ist: Das Glagolitisch ist eine altslawische Sprache aus dem 11. Jh. die vor allem in der Liturgie verwendet wurde und eine ganz eigene Schrift hatte.

Wir genießen unsere köstlichen frischen Fischgerichte und danach geht es mit vollem Magen auf der gut ausgebauten Landstraße wieder Richtung Cres. Müde fallen wir in die Betten.

Samstag, 02.09.2017 – Cres

Gefahrene km: 0
Übernachtung: Camp Kovacine € 35,10

Bereits in der Nacht öffnet der Himmel seine Schleusen. Das Frühstück genießen wir outdoor und auch das Mittagessen lässt sich gut an, aber dann ist wirklich Schluss. Wir verziehen uns in unser gemütliches Womo. Dort wird US Open geschaut, gelesen, gebloggt und ein Abendessen aus dem Tiefkühlfach gezaubert.

Mit einem Wort, ein richtig fauler Tag. Das kommt bei unseren Urlauben sehr sehr selten vor, fühlt sich aber gar nicht so übel an. Mal sehen, was wir morgen tun. Eigentlich würden wir gerne mit dem Moperl die Insel näher erkunden. Na dann, bis morgen – Gute Nacht!

Sonntag, 03.09.2017 – Lubenice

Gefahrene km: 48 (Moped)
Übernachtung: Camp Kovacine € 35,10

Der Tag beginnt, wie ACCU Weather prophezeit hatte bewölkt. Am Vormittag entschließen wir uns, mit dem Moped den nächsten Supermarkt anzusteuern und landen schnell einmal umdisponiert mitten in der City of Cres. (Für alle, die es interessiert, es wird zres und nicht kres ausgesprochen).

Cres mit Hafen

Wir strawanzen entlang des Hafens auf der Suche nach dem Fischgeschäft und finden den Fischmarkt von Cres, leider geschlossen obwohl draufsteht, jeden Tag von 7:00-13:00 geöffnet. Also flanieren wir weiter und landen, weil es 12 Uhr schlägt in einem kleinen Bistro bei Sardinen und Kalamaris. So gestärkt machen wir uns endlich auf zum Supermarkt. Den Kaffee genießen wir beim Womo und nachdem die Vorräte verstaut und ein kleiner Regen ausgesessen sind, schwingen wir uns erneut in den Mopedsattel und brausen Richtung Lubenice, ein kleines mittelalterliches Bergdörfchen.

Es geht wieder einmal Hügel auf und Hügel ab. Das letzte Stück ist eine Single-Road, die jedem Schotten vor Heimweh aufschluchzen lassen müsste. Obwohl so abgelegen, ist der Verkehr sehr rege, denn Lubenice ist ein beliebtes Touristenziel. Wenn man endlich alle Steigungen überwunden hat, wird man mit einem atemberaubendem Panorama belohnt.

Lubenice

Das Dörfchen ist wirklich winzig. Kein Wunder, wer lebt gerne in so einer Einöde, auch wenn man tagtäglich dieses Panorama kostenfrei ans Haus geliefert bekommt. Nur mehr wenige Häuschen sind bewohnt. Wir schlendern durch die winzigen Gässchen Richtung Friedhof. Die Geburtsjahre der Verstorbenen bewegen sich zwischen 1875 und 1931. Danach findet sich nichts mehr. Und am Sterbealter erkennt man, dass die meisten Einwohner steinalt wurden, trotz der sicherlich recht mühsamen Arbeit. Dann fällt auf, dass die unterschiedlichen Familiennamen an einer Hand abzuzählen sind und die Gräber sind blitzblank poliert. Wer hält sie bloß so gut in Schuss?

Langsam machen wir uns auf den Heimweg, denn am Himmel versammeln sich wieder einmal dunkle Wolken zum Regentango. Egbert braust hinunter und erst kurz vor Cres erwischen uns ein paar Regentropfen. Erleichtert erreichen wir das Womo bevor sich die Schleusen öffnen. Ein schöner Ausflug und Glück gehabt!

Montag, 04.09.2017 Cres – Mali Losinj (60.406-60.460)

Gefahrene km: 54 (Womo); 12 (Moped)
Übernachtung: Camp Poljana €  29,60

Heute ziehen wir weiter über einen kleinen Kanal auf die Nachbarinsel Losinj.

Mit dem Navi ist der Campingplatz schnell gefunden. Die Campingmadame nimmt uns im E-Cart mit, umrundet den Platz und zeigt uns die freien Stellplätze. Gleich der erste hat unsere Zustimmung gefunden, denn der Platz verfügt über einen Seaview, allerdings findet unsere SAT-Schüssel kein Signal. Naja, man kann nicht alles haben.

Hier ist WLAN nicht gratis, sondern kostet für drei Tage 133 Kuna. Wir beabsichtigen 5 Tage zu bleiben, also beschließen wir das Moperl auszupacken und ins nahe gelegene Städtchen Mali Losinj zu fahren um eigene kroatische DATA-Sim Karten zu kaufen. Wir parken, wie gewohnt direkt am Hafen, klettern vom Moperl und steuern auf das winzige Computergeschäft zu. Dort bekommen wir eine VIP Data-Sim Karte für sieben Tage zu 80 Kuna. Da gönnen wir uns gleich zwei, damit keine Streiterei aufkommt. Nachdem beide Tablets online sind, kehren wir zufrieden zum Hafen zurück, drehen noch eine Runde und dann geht es wieder nachhause, denn hier wartet eine Premiere.

Egberts Geburtstagsgeschenk wird eingeweiht, ein Outdoor-Griller, damit in Zukunft bei Fischzubereitung das Womo geruchsfrei bleibt. Schnell ist alles aufgestellt, der Griller an der Außensteckdose angehängt und schon bruzzeln die frischen Scampi in der Pfanne – ein Gedicht!

Dienstag, 05.09.2017 – Mali Losinj

Gefahrene km: 13 (Moped)
Übernachtung: Camp Poljana € 29,60

Heute lacht bereits am Morgen die Sonne vom Himmel. Mit angehaltenem Atem betrete ich die Dusche und drehe den Wasserhahn auf. Die vom Herrn Diplom-Maschinenbauer mit Zahnstocher und Tixo präparierte Wasserpumpe hält zu meiner Erleichterung.

Heute Vormittag wollen wir wieder hinein nach Mali Losinj und am Fischmarkt frischen Fisch kaufen. Also fix aufs Moperl gehüpft und los geht es, wieder am Hafen geparkt und nochmals die Fischhalle geentert. Dort lachen uns zwei Doraden an, obwohl Seehecht und Wolfsbarsch schauen ja auch nicht schlecht aus, vielleicht beim nächsten Mal. Dann noch kurz zum Lidl und schon sind wir wieder zuhause. Heute ist wieder einmal faulenzen angesagt, ein super bequemes Programm! Abgesehen von Mittagessen, Geschirrabwaschen und Abendessen, gibt es nix zu tun. Am Abend wird wieder Egberts Geburtstagsgeschenk benützt und wir lassen es uns so richtig schmecken, auf der Terrasse mit Seeblick.

Das klappt schon ganz gut!

Na, sind sie nicht perfekt?

 

Mittwoch, 06.09.2017 – Mali Losinj

Gefahrene km: 20 (Moped)
Übernachtung: Camp Poljana € 29,60

Wieder ein wundervoller Tag, wenn auch etwas windig am Vormittag. Wir genießen die Ruhe und das Nichtstun. Am Nachmittag schwingen wir uns wieder auf unsere weiße Maus und düsen nach Veli Losinj. Also „Mali“ bedeutet klein und Veli – groß. Allerdings ist das ein bisserl verfänglich, denn mit der Zeit wurde aus Mali ein großer Ort und aus Veli ein verschlafenes Nest. Wieder sind die kleinen Gassen unbefahrbar, also ideal für unser Moperl!

Das kleine „Große Losinj“

Wir parken, wie gewohnt am winzigen Hafen. Die Bucht ist wirklich ideal für einen windgeschützten Hafen. Wir schlendern durch den Ort, besuchen den Friedhof und finden ein paar deutsche Gräber, denn hier war einst ein k. und k. Kurort, da das milde Klima sehr verträglich ist. Dann brausen wir wieder zurück, nach Hause. Ich betrachte die Landschaft, die an mir vorbeizieht, kleine Buchten in denen das Wasser Lapislazuli Blau glitzert, bunte Boote, die gemächlich in der Dünung schaukeln, während Egbert sich ganz auf die Straße konzentrieren muss. Ich liebe unser wendiges Moped, weil wir damit jederzeit mobil sind, überall hinkommen und keine Parkplatzsorgen kennen.

Am Abend wird wieder outdoor gekocht, diesmal Cevapcici mit Gitter Pommes Frittes.

Donnerstag, 07.09.2017 – Mali Losinj

Gefahrene km: 0
Übernachtung: Camp Poljana € 29,60

Heute regnet es den ganzen Tag und wir faulenzen gemütlich in unserem Wohnmobil. Am Abend als sich das Wetter beruhigt verstauen wir Sessel, Tisch und Moped in der Garage, denn morgen früh geht es weiter. Bei einem kleinen Spaziergang entlang der Küste nehmen wir Abschied. Der Campingplatz mit seinen rund um eine kleine Bucht in Terrassen angelegten Stellplätzen hat uns ausnehmend gut gefallen.

Freitag, 08.09.2017 – Mali Losinj – Krk

Gefahrene km: 60
Übernachtung: Camping Jezevac € 21,10

Heute erwartet uns wieder sonniges Wetter. Wir fahren zurück nach Cres Richtung Merag, von hier setzt die Fähre nach Krk über. Anhand des Navis wissen wir, dass die wartende Autoschlange vor uns 1,2 km lang ist.

Also begebe ich mich in die Küche und bereite schnell einen kleinen Imbiss für den hungrigen Fahrer. Langsam bewegt sich die Kolonne bergab zum Fährhafen. Das hätten wir nicht gedacht, aber bereits nach 30 Minuten fahren wir auf die Fähre. Gekonnt wird hier Fahrzeug an Fahrzeug geordnet. Viele Womos sind darunter, aber auch LKWs und Reisebusse. Die PKWs werden in das Unterdeck gefahren, und so passt gleich mehr darauf.

Bald schon landen wir auf Krk, das in Sichtweite liegt. Und nun ist es nicht mehr weit zu unserem letzten Übernachtungsplatz.

Camping Jezevac ist ein riesiges Areal direkt neben der Stadt Krk. Diesmal dauert es, bis wir einen passenden Platz finden, aber der herrliche Meeresblick belohnt uns für die Mühe. Egbert dreht eine Runde, während ich das Abendessen vorbereite und erklärt dann, dass der Platz fast vollständig belegt ist und wir so richtig Glück mit unserem Stellplatz haben. Na, da kann man zufrieden sein!

Der SAT Empfang funktioniert reibungslos und Egbert kann die US-Open weiter verfolgen, na dann – Gute Nacht!

Samstag, 09.09.2017 – Krk

Gefahrene km:  0
Übernachtung: Camping Jezevac € 21,10

Heute früh geht gar nix mehr, die Pumpe schweigt und macht keinen Mucks. Wir sind froh, dass das Provisorium so lange gehalten hat. Morgen geht es zurück in die Heimat, also werden wir ausnahmsweise die Waschräume des Campingplatzes benützen.

Wir gehen es gemütlich an, frühstücken outdoor und schauen dabei auf das in der Sonne glitzernde Meer. Heute wollen wir der Stadt Krk einen Besuch abstatten. So um die Mittagszeit machen wir uns auf den Weg, entlang der Küste ist das nicht weit und schon sehen wir die „Skyline“ von Krk vor uns. Viele Touristen sind unterwegs, denn Krk ist ein beliebtes Urlaubsziel.

Das Städtchen Krk liegt in Gehweite

Am Hafen drängen sich Konoba neben Konoba, so nennt man ein Restaurant auf Kroatisch. Auch wir haben Hunger, aber zuerst wollen wir das Städtchen ein bisschen erkunden. Also treten wir durch das Stadttor hinein in die winzigen Gässchen. Vor uns ein Haus, gebaut auf einem ehemaligen Venustempel. Daneben ist zu erfahren, dass man im gesamten Römerreich bisher nur die Überreste von zehn Venustempel gefunden hat, weil nur die Kaiserfamilie das Recht hatte, diese zu erbauen. Dieser hier stammte aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert und wurde unter der Autorität von Julius Caesar errichtet. Was man so alles lernen kann!

Wir schlendern weiter, vorbei an der leider verschlossenen Kirche, hinein in den Trubel. Am Ende landen wir wieder unten am Meer, aber nicht beim Hafen, sondern weiter hinten gelegen an einer Bucht. Hier genießen wir eine Pizza und den herrlichen Tag. Am Nachmittag wandern wir dann wieder zurück zum Campingplatz und beginnen, das Womo startklar zu machen, denn morgen geht es wieder nach Wien.

Sonntag, 10.09.2017 – Krk – Wien

Gefahrene km: 560
Übernachtung: Camping Jezevac € 21,10

Zuerst wird einmal ausgiebig gefrühstückt, aber dann sind wir schnell startklar und reihen uns in die Schar der Abreisewilligen.

Heute geht es wieder zurück nach Hause

Unser Italiener ist schnell startklar

Auf so einem riesigen Campingplatz herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Auch auf der Straße ist viel los, aber dennoch kommen wir zügig voran. Diesmal verwenden wir die 1,3 km lange Brücke, welche Krk mit dem Festland verbindet. Danach geht es auf die kroatische Autobahn Richtung Zagreb.

Bei der Herfahrt habe ich mich über die hohe Gebühr für die Autobahnvignette in Slowenien geärgert, aber die ist nix im Vergleich zur kroatischen. Hier wird einem nicht nur ständig ein ziemlich happiger Wegzoll abgeknöpft, sondern man muss dazu auch noch lange Wartezeiten auf sich nehmen, obwohl alle neun Mauthäuschen besetzt sind. Beim nächsten Mal werden wir auf der Rückreise lieber wieder über Slowenien fahren, dann wird die Vignette wenigstens ausgenützt, und so ist es nicht nur billiger sondern vor allem viel schneller!

Endlich sind wir an der Grenze, nun noch in Spielfeld getankt, aber unsere Tankstelle hat am Sonntag geschlossen, als in der App „Spritpreise-Suche“ nachgeschaut und siehe, im nahen Vorau gibt’s eine Tankstelle, die geöffnet ist. Aber dieses Tanksystem ist uns fremd. Während wir noch beratschlagen, wie und wo denn die Bankomatkarte zu verwenden ist, hält neben uns eine Einheimische. So ist alles schnell erklärt, denn diese Tankstelle ist voll automatisiert. Jetzt hätten wir gerne noch ein gutes Wirtshaus gefunden, also frage ich und erhalte einen Tipp. Um drei Uhr Nachmittag sitzen wir dann endlich in Vorau in einem Landgasthaus und füllen unsere hungrigen Mägen.

Um 18:44 erreichen wir unseren Stellplatz in Perchtoldsdorf. Also hat Egbert die vom Navi prognostizierte Zeit um 17 Minuten unterboten. Ja, auf der Südautobahn ging es dann endlich flott voran.

Wir räumen die wichtigsten Dinge in mein kleines Auto und fahren nach Wien. Unser kurzer Urlaub ist zu Ende, wir haben in zwölf Tagen drei kroatische Inseln kennengelernt und nur vier Campingplätze frequentiert, eine entschleunigte und erholsame Reise.

Camping Poljana bei Mali Losinj hat uns am besten gefallen, um eine Bucht in Terrassen angelegt, bietet fast jeder Stellplatz einen herrlichen Blick über das Meer.

Kleiner Nachtrag: Die neue Pumpe war im Nu gekauft und installiert. Sie funktioniert reibungslos, und wir beginnen zu überlegen, wo unsere nächste Reise hinführen soll. Also, bis bald!