Toskana – Woche 1

Letzte Vorbereitungen

Samstag, 29.09.2018 – Wien – Breitenfurt

Nachdem wir am Freitag bereits viel erledigt hatten, hieß es heute Vormittag, Womo vom Parkplatz holen, in Breitenfurt an 220 Volt hängen um den Kühl/Tiefkühlschrank vorzukühlen, Wasser nachfüllen und alles für die Reise Notwendige einzuräumen. Am Abend noch schnell die letzten Kleidungsstücke gebügelt und Dinge eingepackt.

Ab in den Süden

Sonntag, 30.09.2018 – Wien – Venedig

Gefahrene km: Womo 626
Übernachtung: Camping Fusina (ASCI-Card) € 19,40

Das Abenteuer kann beginnen, Egbert gießt noch schnell die Blumen, während ich das Frühstücksgeschirr abwasche und den Inhalt des Kühlschranks einpacke. Dann fahren wir nach Breitenfurt, nehmen das Womo von der Nabelschnur, packen Moped in die Garage, Essen in den Kühlschrank und dann geht es endlich los!

Es ist Sonntag, deshalb kommen wir auf der Südautobahn zügig voran. Uns kommen unzählige Womos entgegen, zurück vom Sommerurlaub. Aber auch in unserer Richtung sind ein paar unterwegs.

Bei unserer Mittagsrast, direkt vor der italienischen Grenze buchen wir noch schnell unsere Online-Tickets für die Uffizien, für Mittwoch um 12:00, alles andere war bereits ausgebucht und das im Oktober!!!

Am Abend erreichen wir Venedig und parken auf dem letzten freien Plätzchen an der Mole. Das Abendessen ist OK, Take-away Pizza vom Campingrestaurant – erstaunlich gut und die Aussicht, könnte nicht besser sein – die Skyline des Markusplatzes am gegenüberliegenden Ufer.

Florenz, wir kommen

Montag, 01.10.2018 – Venedig – Ravenna – Florenz

Gefahrene km: Womo 220
Übernachtung: Camping Firenze € 38

Um 6:30 sind wir wach und erleben Venedig im Morgenrot. Also raus aus dem Womo und im Pyjama gefilmt und fotografiert! Wo kann man so etwas von seinem Hotelzimmer aus sehen? Wenn ja dann nur gegen Einwurf großer, wirklich großer Münzen. Und wir bekommen das frei Haus um €19,40 vor unsere Wohnmobil-Windschutzscheibe. Echt toll!

Nicht nur die Aussicht auf Venedigs Skyline im Morgenrot ist imposant, direkt vor unserem Womo ziehen riesige Lastschiffe vorbei, um in Sichtnähe von uns zu ankern.

Nach dem Frühstück geht es weiter, unser Ziel für die Mittagspause – San Appolinare in Classe, der Dom des ehemaligen Bistums Ravennas, im 6. Jh. n. Ch. errichtet.

Hier waren wir schon einmal im Juni 2014, auf dem Weg nach Sardinien. Wir genießen unsere Mittagspause und bewundern die herrlichen Mosaike in der Apsis.

Dann entscheiden wir uns für die Route über den Apennin nach Florenz und lassen die Autostrada rechts von uns.

Am Abend erreichen wir Florenz. Diesmal wollen wir uns zwei Tage mehr Zeit nehmen um die Stadt zu erkunden, aber von einem anderen Campingplatz. Wir haben echt Glück, denn fünf Minuten, nachdem Egbert das Womo vor der Rezeption einparkt kommen zehn weitere an. Schnell bildet sich eine Schlange, die bis auf die Straße reicht!

Der Campingplatz hat zwei Vorteile – er ist eben und liegt am Arno. Die beiden Nachteile – er ist echt teuer – ich will gar nicht wissen was man zahlt, wenn man sich hier zur Hochsaison einparkt und er ist voll belegt. Unser alter Campingplatz oben am Berg, war zwar nicht so schicki-micki, aber dafür gemütlicher!

Florenz1 – Santa Croce

Dienstag, 02.10.2018 – Florenz

Gefahrene km: 0
Übernachtung: Camping Firenze € 38

Nach einer erholsamen Nachtruhe, beginnt der Tag betrüblich. Es regnet, aber wir haben keine Eile, keinen Stress. So frühstücken wir in Ruhe und Egbert studiert das Wetterpanorama. Allmählich hellt es auf und zu Mittag nützen wir den Shuttlebus, der uns vom Campingplatz direkt in die Innenstadt bringt.

Hier wird zuerst einmal eine Data-SIM Karte für Egberts Tablet gekauft und dann stiefeln wir los. Unser erstes Ziel – die Kirche SANTA CROCE. Ein bemerkenswerter Bau mit insgesamt 273 Gräber in der Kathedrale, darunter Naturwissenschaftler wie Galilei, Macroni, Fermi, aber auch Puccini hat hier ein Grabmal und viele andere. Bemerkenswert ist eine Seitenkapelle mit Fresken von Giotto.

Im Innenhof des Klosters entdecken wir an einer Wand drei Hochwassermarken. Die unterste von 1844, die mittlere von 1557 und die oberste ist die interessanteste. Im November 1966 wurde Florenz von einer Jahrhundert- nein – besser gesagt Jahrtausendflut getroffen. Sehr viele Kunstschätze haben darunter gelitten. In den Räumen rund um den Kreuzgang wird daran sehr anschaulich erinnert.

Ich meine, die ganz oben!
Die unterste stammt aus 1844
Ja, das ist richtig hoch gewesen, das Hochwasser 1966!

Danach spazieren wir durch Florenz. Wir waren schon 2015 einmal hier, auf dem Heimweg von Korsika. Den Dom hatten wir schon damals besichtigt und auch die Piazza della Signoria. Natürlich spazieren wir auch über den Ponte Vecchio. Bald heißt es wieder aufbrechen, denn der Shuttlebus erwartet uns. Aber morgen ist auch noch ein Tag.

Florenz2 – Uffizien, Piazzale Michelangelo

Mittwoch, 03.10.2018 – Florenz

Gefahrene km: Moped 20
Übernachtung: Camping Firenze € 38

Heute Morgen begrüßt uns Sonnenschein. Den können wir auch gut gebrauchen, denn diesmal sind wir unser eigenes Shuttleservice. Also wird die weiße Maus aus der Garage gefahren und ab geht die Post.

Geparkt wird, wie kann es auch anders sein, direkt neben den Uffizien. Mit unserem Online Ticket bewaffnet suchen wir den Eingang und staunen nicht schlecht, stehen dort doch mindestens 100 Personen angestellt. Also gesellen wir uns auch dazu und bald können wir die heilige Pforte der Uffizien überschreiten. Es geht hinauf in den dritten Stock und dann beginnt der Bildermarathon. Anfangs wird noch alles sorgfältig und genauestens betrachtet, aber mit der Zeit ermüden Auge und Hirn. So wandeln wir durchs Mittelalter und landen schließlich in der Renaissance bei Donatello und Boticelli, wo die Lebensgeister wieder erwachen. Die Geburt der Venus ist wirklich ein Meisterwerk. Gleich daneben steht ein Pult, wo in Braille alles Wichtige notiert ist, sowie eine 3D-Darstellung des Bildes für Sehbehinderte. Das finde ich sehr toll!

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Nach 2 ½ Stunden ist es geschafft, nicht nur die Uffizien, sondern auch wir. Die Beine schmerzen und der Magen knurrt, also nix wie zur nächsten Trattoria. Und wir werden fündig, abseits des Touristentrubels, in einer kleinen Seitengasse ein echt italienisches Ristorante, wo eine Familie gerade Geburtstag feiert. Habe noch nie Happy Birthday auf Italienisch gehört. Die Pizza war fantastisch!

Danach ging es zurück zum Moped und hinauf auf den Hügel Piazzale Michelangelo. Hier blickt ein gigantischer bronzener David über die Stadt, zu seinen Füßen tummeln sich die Touristen, vor allem jene aus Asien, sie sind nicht zu bändigen!

Wir lassen uns davon nicht beirren und genießen den herrlichen Ausblick auf die Stadt, machen ein Selfie und verschicken das per WhatsApp. Fast alle haben die Stadt erkannt!

Dann geht es ruck-zuck zurück zum Campingplatz.

Florenz3 – Mercato Generale – Basilica di San Lorenzo – Chiesa di San Mari dell Carmine – Chiesa di San Miniato al Monte

Donnerstag, 04.10.2018 – Florenz

Gefahrene km: Moped 30
Übernachtung: Camping Firenze € 38

Eigentlich sollte es nach Plan heute weitergehen, aber uns pressiert es nicht, also hängen wir noch einen Tag an. Rauf aufs Moped und hinein nach Florenz. Den Weg kennen wir schon. Diesmal wollen wir uns den berühmten Markt von Florenz ansehen. Hier parken wir natürlich wieder direkt vor dem Tor auf dem letzten freien Platzerl. Zuerst einmal eine Runde durch den Naschmarkt von Florenz, aber fürs Mittagsbranscherl ist es noch zu früh, also ab in die nahe gelegene Chiesa. San Lorenzo ist die Hauskirche der Medicis, streng und düster. Bemerkenswert war der Lesesaal der Medici Bibliothek. Die Leseplätze sehen aus wie Kirchenbänke und zwar deshalb, weil damals die Folianten an Eisenketten direkt befestigt waren. An der Stirnseite war verzeichnet, welche Bücher in dieser Reihe auflagen. Leider sind alle Exponate nun in der Zentralbibliothek von Florenz aufbewahrt, schade, ein paar Faksimile würden dem Ganzen wenigstens ein bisserl vom alten Flair zurückgeben.

So, aber nun entern wir die Fressmeile, und wir sind wahrlich nicht alleine mit diesem Vorhaben. Weiter ging es mit unserer weißen Maus, eine nette Rundfahrt quer durch Florenz zur Chiesa Carmine, die 1793 durch einen Brand komplett zerstört wurde, nur eine kleine Seitenkapelle – Capella Brancacci – hat das Unglück überdauert, und so blieben die Fresken aus dem 15. Jh erhalten. Wundervoll! Lange verweilen wir und staunen, aber bald ruft die Zeit, denn eine Kirche steht noch auf unserem Besichtigungsprogramm. Also rauf aufs Moped, wieder quer durch die Stadt gekurvt und hinauf auf den Monte, denn von der Chiesa Miniato kann man dem bronzenen David aufs Haupt spucken, und das ganz allein, fast ohne Asiaten! Die Kirche stammt aus dem 11. Jh. und zumindest Teile sind aus dieser Zeit noch erhalten. Danach genießen wir ein letztes Mal einen herrlichen Ausblick über Florenz und sagen Adieu, denn morgen geht es weiter in die Toskana.

Ab ins Chiantiland – Greve – Montefioralle

Freitag, 05.10.2018 – Greve (64.082-64.110km)

Gefahrene km: Womo 28, Moped 20
Übernachtung: Stellplatz Greve € 0

Weit fahren wir heute nicht, und schon bald parken wir uns auf dem Stellplatz ein. Nach dem Mittagessen wird die Maus aus der Garage geholt und ab geht es nach Montefioralle. Dieses kleine Bergdorf thront oberhalb von Greve und ist wirklich pittoresk. Bei einem Bruscietta genießen wir den Ausblick über die sanften Hügel und danach machen wir uns wieder auf den Rückweg, denn Greve will ja auch noch entdeckt werden.

Wir wandeln durch die netten Arkadengänge und Egbert steuert zielstrebig auf das berühmte Fleischhauergeschäft Marcelleria Falorni zu. Vor lauter goutieren vergisst er völlig aufs Filmen. Zufrieden kehren wir mit unserer Beute, Lardo, Wildschweinsalami, frisches Brot, Rotwein und Weißwein zurück zum Wohnmobil und dann wird gevöllert.

Greve – Panzano – Radda -Arezzo

Samstag, 06.10.2018 – Arezzo (64.110-64.202km)

Gefahrene km: Womo 92
Übernachtung: Stellplatz Arezzo € 0

Am Vormittag müssen wir unbedingt nochmals nach Greve, denn hier ist Markt und den Fleischhauer müssen wir auch noch einmal beehren. Diesmal wird das Ereignis wenigstens gefilmt!! Mit vollen Säcken kehren wir zum Womo zurück und dann geht die Reise weiter. Leider regnet es und so wird nix daraus, die kleinen Orte zu besichtigen, wir fahren an ihnen vorbei. Schade!

In Arezzo stellen wir uns ab, buchen Online das Ticket für die Chiesa San Francesco und haben Glück, denn am 1. Sonntag im Monat ist der Eintritt gratis, also dann sehen wir morgen weiter!

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