{"id":4378,"date":"2019-05-24T14:25:22","date_gmt":"2019-05-24T12:25:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/?page_id=4378"},"modified":"2019-05-25T01:13:32","modified_gmt":"2019-05-24T23:13:32","slug":"toskana-woche-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/toskana-woche-2\/","title":{"rendered":"Toskana &#8211; Woche 2"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Arezzo &#8211; Assisi<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Sonntag, 07.10.2018 \u2013 Assisi (64.202-64.328km)<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Gefahrene km: Womo 126<br>\u00dcbernachtung: Camping Village Assisi \u20ac 20 (ASCI)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Morgen begr\u00fc\u00dft uns ein bisschen launisch, aber bald bessert sich die Lage und nach dem Fr\u00fchst\u00fcck brechen wir auf, um Arezzo zu erkunden. Der Stellplatz liegt wirklich ganz nahe an der Stadtmauer. Und so treten wir bald durch das Tor, mit einem Zettel bewaffnet, auf dem Egbert die \u00d6ffnungszeiten aller Sehensw\u00fcrdigkeiten notiert hat, die wir ansehen wollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist, wie\nbereits gesagt, der erste Sonntag im Monat, und da ist nicht nur in allen\nstaatlichen Museen der Eintritt gratis, an jedem ersten Wochenende im Monat\nwird der gr\u00f6\u00dfte Antiquit\u00e4ten-Markt der Toskana hier in Arezzos Innenstadt\nveranstaltet. Hunderte St\u00e4nde pr\u00e4sentieren unter freiem Himmel ihre Waren, auf\nallen Pl\u00e4tzen, aber auch in den kleinen Gassen. Und wir sind nicht allein,\nviele kommen hier her um sich an diesem Schauspiel zu erg\u00f6tzen. Egbert fragt\nsich, wie diese Leute davon leben k\u00f6nnen. Vielleicht ist das gar nicht ihr\nLebensunterhalt, sondern ihr Hobby. Jedenfalls ist es lustig durch die\nStandlreihen zu flanieren. Das einzige, was wir bedauern, auf der Piazza Grande\ngelingt kein gutes Foto, weil die St\u00e4nde den \u201eAusblick\u201c st\u00f6ren. Aber zur\u00fcck zu\nunserer Sightseeing-Tour. Als erstes besuchen wir die <\/p>\n\n\n\n<p>Chiesa San Domenico \u2013 Kreuz von Cimabue<\/p>\n\n\n\n<p>Casa Vasari<\/p>\n\n\n\n<p>Dom San Donato &#8211; Glasfenster<\/p>\n\n\n\n<p>Piazza Grande<\/p>\n\n\n\n<p>Chiesa San\nFrancesco \u2013 Fresken von Piero de Franceso<\/p>\n\n\n\n<p>Danach geht es\nzur\u00fcck zum Womo. Das n\u00e4chste Ziel wird ins Navi eingetippt und los geht es,\ndiesmal f\u00fcr einen kleinen Abstecher nach Umbrien.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fahren\nentlang des Lago di Trasimeno, vorbei an Perugia, wo oben am Berg die Altstadt\nthront und nehmen die Ausfahrt ASSISI. Hier kommen uns Autokolonnen entgegen,\nund wir fragen uns, ob jeder Italiener am Wochenende seine Nonna in Assisi\nbesucht hat. Nein, bald l\u00fcftet sich das Geheimnis, denn das Navi ist \u2013 gelinde\ngesagt \u201egnadenlos\u201c! <\/p>\n\n\n\n<p>Man hat verschiedene Optionen um eine Tour zu programmieren \u2013 zuerst einmal, man kann Mautstra\u00dfen vermeiden, dann kann man noch w\u00e4hlen zwischen schnellster Route und k\u00fcrzester Route, aber es gibt leider keine Option f\u00fcr \u201enormal\u201c bzw.  \u201ekomfortabel\u201c  und als Kontrapunkt dazu f\u00fcr  \u201ewahnsinnig\u201c bzw. \u201ewill unbedingt mein Womo zerst\u00f6ren\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zu\nunserem \u2026 gnadenlosen Navi, es l\u00e4sst uns von der Hauptstra\u00dfe abzweigen, in die\nPampa. Mir ist das suspekt, da ich keinen Wegweiser f\u00fcr Camping entdecke, wie\nes sonst \u00fcblich ist. Egbert erklimmt mit unserem tapferen Womo, f\u00fcrchterlich\nenge, kurvige und steile Stra\u00dfen, gespickt mit \u00fcppigem Gegenverkehr, mitten im\nNiemandsland. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Kurve, wo es wiederum steil bergauf \u00fcber ein winziges G\u00e4sschen geht, bleiben wir neben einem geparkten Reisebus stehen (wie es der bis hierher geschafft hat, ist mir ein R\u00e4tsel) und machen den Gegencheck via Google. Tats\u00e4chlich befindet sich unser ausgew\u00e4hlter Campingplatz circa 1.200 Meter von uns entfernt. Also, hineingebissen und weiter geht es Bergauf-Bergab-\u00fcber-Stock-und-Stein. Endlich erreichen wir wieder eine Hauptstra\u00dfe und Hurra! hier gibt es ein Camping Schild, nein nicht eines, es sind zwei und sie weisen in entgegengesetzte Richtungen. Wir w\u00e4hlen den leichteren Weg bergab und werden prompt von der Polizei aufgehalten. Hier geht nix weiter, derzeit findet ein Friedensmarsch in Assisi statt, deshalb sind alle Hauptstra\u00dfen gesperrt. Nun erkl\u00e4rt sich auch der starke Verkehr auf den winzigen Nebenstra\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Also zur\u00fcck und wir klettern weiter den Berg hinauf, bis zu einem Schild, das den Anfahrtsweg zum Campingplatz weist. Der Weg f\u00fchrt \u00fcber ein winziges unbefestigtes steiles G\u00e4sschen. Wir befinden uns bereits auf einer steilen Bergstra\u00dfe und das Schild verweist auf einen noch steileren Weg den Hang hinunter. Pilot Egbert steigt kurz aus, betrachtet die Misere und erkl\u00e4rt, da fahren wir nicht hinunter! Also nochmals Google gez\u00fcckt, denn Assisi hat noch einen zweiten Campingplatz, ein bisschen au\u00dferhalb der Stadt. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber, was tun,\nwenn es kein Durchkommen gibt, wer wagt, der gewinnt. Und so ist es auch.\nPl\u00f6tzlich l\u00f6st sich alles in Wohlgefallen auf, alle Demonstranten und die\nPolizei haben sich friedlich verzogen und die Stra\u00dfen sind frei. Wir brausen\nhinunter Richtung Ebene und bald schon biegen wir bei Camping Village Toskana\nein, mit herrlichem Panoramablick auf Assisi. Noch schnell Wasser nachgeladen\nund dann ein Pl\u00e4tzchen gesucht, wo die SAT-Anlage zum Einsatz kommen kann,\nimmerhin wollen die Ergebnisse der Fu\u00dfballspiele des Wochenendes erkundet\nwerden und am Abend gibt es eine Dokumentation \u00fcber die antiken unterirdischen\nBauten von Rom. Wieder geht ein sch\u00f6ner Tag zu Ende und nochmals ein gro\u00dfes Lob\nan den Piloten Egbert, also ich h\u00e4tte als Fahrerin die Nerven weggeschmissen!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Assisi<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Montag, 08.10.2018 \u2013 Assisi <\/h4>\n\n\n\n<p><em>Gefahrene km: Moped 14, Womo 110<br>\u00dcbernachtung: Camping Village Assisi \u20ac 20 (ASCI)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen ist\nalles in dicken Nebel geh\u00fcllt, aber langsam gewinnt die Sonne an Kraft. Heute\nwird wieder einmal das Moped aus der Garage gefahren, denn weit ist es nicht.\nAls wir auf die Hauptstra\u00dfe einbiegen, pr\u00e4sentiert sich Assisi bei strahlendem\nSonnenschein in vollem Panorama vor uns. Flott erreichen wir unser Ziel, biegen\ndurch ein Stadttor und finden gleich danach ein herrliches Pl\u00e4tzchen f\u00fcr unsere\nwei\u00dfe Maus. Also abgestiegen, die Helme verstaut und los geht es, ein kleines\nG\u00e4sschen hinauf und schon stehen wir vor der Basilika San Franceso, ein\nwirklich gewaltiger Bau. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht nur die Ausma\u00dfe sind beeindruckend, sondern auch die herrlichen Fresken sowohl in der Unterkirche, als auch in der Oberkirche. Viele Pilger sind unterwegs und wir lassen uns in dem Strom mittreiben. Zuerst besuchen wir die Unterkirche, wo man noch tiefer auch zum Grab des Hl. Franziskus hinabsteigen kann. Einst wurde er in einem einfachen Steinsarkopharg unterhalb des Altars beerdigt. 600 Jahre sp\u00e4ter im 19. Jh wurde dieses Grab wiederentdeckt und rundherum f\u00fcr die Pilger eine Krypta gebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesamt Unterkirche ist mit Fresken geschm\u00fcckt. Sie stammen teils von Lorenzetti, dem Lehrer von Giotto und teils aus der Giotto Schule. Wir sind sehr beeindruckt. Leider herrscht hier striktes Fotografierverbot und wir halten uns daran. Gleich daneben geht es in die Reliquienkapelle, hier kann man eine Tunika bewundern, die Franziskus einst getragen hat, seine Schuhe und andere pers\u00f6nliche Habseligkeiten von ihm.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann geht es hinauf in die Oberkirche, hier befinden sich an den Langhausseiten die ber\u00fchmten Giottofresken. 1997 wurden sie bei einem Erdbeben schwer besch\u00e4digt, als das Gew\u00f6lbe einbrach. In minuti\u00f6ser Kleinarbeit wurden sie St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck restauriert. Im hinteren Bereich kann man ebenfalls Fresken bewundern, allerdings sind sie in sehr schlechtem Zustand. Die Kathedrale wurde an den Hang gebaut und \u00fcber die Jahrhunderte drang das bergab laufende Wasser ins Fundament, sodass die Mauern komplett durchfeuchtet waren, das hinterlie\u00df schwere Sch\u00e4den an den Fresken. Im 20. Jh. begann man mit aufw\u00e4ndigen Ma\u00dfnahmen das Mauerwerk trockenzulegen. Allerdings wird es noch Jahre dauern, bis die Oberkirche wieder in ihrem Glanz erstrahlt. <\/p>\n\n\n\n<p>Danach spazieren wir durch das pittoreske Assisi Richtung Piazza del Commune auf der Suche nach einer Trattoria. In einer kleinen Seitengasse werden wir f\u00fcndig und genie\u00dfen ein vorz\u00fcgliches Mittagessen. Gut gest\u00e4rkt erkunden wir den Rest von Assisi, den Dom San Rufino und die Kirche Santa Chiara. Dann schwingen wir uns wieder auf unser Moped und brausen den Berg hinunter, Richtung Santa Maria del Angeli. Die Basilika wurde um das kleine Eremitenkirchlein von Franziskus und seinen Sterbeplatz gebaut. Gleich daneben befindet sich das Roseng\u00e4rtchen. Die Kirche ist in \u00fcppigem Barock gestaltet, was nicht gerade zu meinem liebsten Kunststil z\u00e4hlt, aber beim Roseng\u00e4rtchen entdeckt man, dass hier schon seit langer Zeit ein altes Kloster gestanden sein muss. Zufrieden kehren wir zu unserem Womo zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wieder zur\u00fcck in die Toskana<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Dienstag, 09.10.2018 \u2013 Assisi \u2013 Montepulciano (64.328-64.408km)<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Gefahrene km: Womo 80<br>\u00dcbernachtung: Stellplatz Montepulciano \u20ac 10<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein herrlicher\nMorgen begr\u00fc\u00dft uns wieder. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck und dem Womo Service geht es\nweiter, wieder zur\u00fcck in die Toskana. Diesmal entlang der S\u00fcdseite des Lago di\nTrasimeno, hier kann man die Landschaft viel besser bewundern, als an der\nanderen Seite. <\/p>\n\n\n\n<p>Bald haben wir unseren Stellplatz gefunden und wieder geht es schnurstracks Richtung der n\u00e4chsten Sehensw\u00fcrdigkeit. Montepulciano gilt als eine der sch\u00f6nsten St\u00e4dte der Toskana, und das mit Recht. Das St\u00e4dtchen liegt auf einem Bergr\u00fccken und wird seit dem 6. Jh. v. Chr. bewohnt. Es ist von einer dicken Stadtmauer umgeben und diente schon des \u00d6fteren als Filmkulisse. Der innere Stadtkern ist komplett erhalten und wird von keinem einzigen \u201eNeubau\u201c verschandelt, kein Wunder, hier ein Haus abzurei\u00dfen und neu aufzubauen w\u00e4re eine echte Herausforderung, denn wie soll man mit schwerem Ger\u00e4t durch diese kleinen Gassen kommen? Wir spazieren durch die Gassen immer h\u00f6her und h\u00f6her, vorbei an unz\u00e4hligen Vinotheken. Egbert inspiziert einige, aber die Preise f\u00fcr eine einzelne Flasche lassen einen wirklich erschauern. Also, wir \u00d6sterreicher, wissen sehr wohl, wie man guten Wein macht, und Egbert ist darin kein Kostver\u00e4chter, aber hier fragen wir uns, ob der Preis wirklich der eingesetzten Arbeit entspricht, oder einfach bei der Preisgestaltung der Fantasie (oder Frechheit) viel Raum gegeben wird, weil es dummen Touristen die M\u00f6glichkeit offeriert, sich als Weinkenner zu profilieren. Ich hoffe, meine Kritik l\u00f6st keinen Shit-Storm aus!<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Piazza Grande bewundern wir das Rathaus, das wirklich an den Palazzo Vecchio in Florenz erinnert. Auch die Aussicht ist imponierend und dann spazieren wir wieder hinunter. Ein wirklich h\u00fcbsches St\u00e4dtchen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Im Chiantiland<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mittwoch, 10.10.2018 \u2013 Montepulciano \u2013 Pienza \u2013 Bagno Vignoni (64.408-64.484)<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Gefahrene km: Womo 76<br>\u00dcbernachtung: Stellplatz Bagno Vignoni \u20ac 0 <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie \u00fcblich gehen wir es gem\u00fctlich an, fahren noch in die Parkgarage des nahe gelegenen Supermarkts, denn das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass man mit Womos in Parkgargen fahren kann, also wenn man das kann \u2013 dann sollte man es auch tun. Hier decken wir uns noch mit dem N\u00f6tigsten ein und dann geht es wieder auf die Pirsch.<\/p>\n\n\n\n<p>Pienza ist\nunser n\u00e4chster Zwischenstopp, der Womo-Parkplatz ist nicht leicht zu finden,\naber es gelingt uns dennoch und wir machen uns auf, das St\u00e4dtchen zu erkunden.\nHier in der Toskana gibt es unz\u00e4hlige kleine St\u00e4dtchen, die ihren\nmittelalterlichen Charakter bewahrt haben. Wir wandern durch die kleinen\nG\u00e4sschen und landen schlie\u00dflich beim Palazzo Piccolomini. Dieser wurde von\nPapst Pius II. erbaut, eben einem Piccolomini, der seinen Geburtsort in ein\nschickes St\u00e4dtchen verwandeln wollte. Ist ihm auch gelungen und dabei hat er es\ngleich auch umbenannt, eben in Pienza. <\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Palazzo, starb der letzte Piccolomini 1962 ohne Nachkommen, da sein einziger Sohn 1944 im 2. Weltkrieg gefallen ist. Also vermachte er seinen Palast der Stadt mit der Auflage, daraus ein Museum zu machen. Gesagt, getan. Als Zefirelli nach Locations Ausschau hielt f\u00fcr seinen Film Romeo und Julia, die m\u00f6glichst \u201eoriginalgetreu\u201c dem Verona des 14. Jh. entsprechen sollten, wurde er hier f\u00fcndig und drehte wichtige Schl\u00fcsselszenen seines Films in diesem Palast. Die F\u00fchrung war sehr interessant, da in den jeweiligen R\u00e4umen auch Fotos bzw. Kost\u00fcme aus diesem Film ausgestellt sind. Die R\u00e4ume sind sehr interessant gestaltet, eben mit dem entsprechendem Mobiliar und der Blick von der Galleria in den Garten umwerfend. Leider darf man in den R\u00e4umen nicht fotografieren, aber vielleicht finden wir Aufnahmen davon im Internet.  <\/p>\n\n\n\n<p>Also, wenn wir wieder zuhause sind, m\u00fcssen wir uns unbedingt diesen Zefirelli Film ansehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck im Womo,\nwird unser n\u00e4chstes Ziel ins Navi eingespeist, Bagno Vignoni. Das ist ein wirklich\nseltsames D\u00f6rfchen. Hier hat sich Papst Pius II., eben besagter Piccolomini\nmitten im Ort um 1450 ein riesiges Schwimmbecken bauen lassen. Und das ist noch\nheute zu bewundern, nur baden darf man nicht mehr darinnen. Diese warmen\nThermalquellen waren schon den Etruskern und R\u00f6mern bekannt. Wir stellen unser\nWomo auf den Stellplatz und treffen auf ein Grazer Ehepaar, das uns gleich mit\nguten Tipps versorgt, wie einer guten Osteria, bzw. sch\u00f6nen Ausflugszielen in\nder Umgebung, bzw. der Tipp, das Thermenbad des Hotels Post zu besuchen. Da es\nregnet, verziehen wir uns vorerst in unser Womo und vertr\u00f6deln den Nachmittag\ngem\u00fctlich. Am Abend besuchen wir die Osteria, die auch in allen Reisef\u00fchrern\nlobend erw\u00e4hnt wird. Naja, also unseren Gaumen hat das nicht so getroffen, aber\nimmerhin wurde ich inspiriert, doch ein bisschen mehr Vielfalt in meine\nNudelgerichte einzubauen. Mal sehen, wie mir das zuhause gelingen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend funktioniert die SAT \u00dcbertragung nicht, ob es am Kabel, am Receiver oder am Transponder liegt, werden wir wohl erst zuhause eruieren k\u00f6nnen. Also ist DVD Abend angesagt und schon reiten die wilden Cowboys durch unser Wohnmobil, denn Egbert hat \u2013 sicher ist sicher \u2013 eine gro\u00dfe Kollektion an Western mitgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anmerkung: Nach einigem Hin-und-Her haben wir den Receiver als den Schuldigen entlarvt. Das gute St\u00fcck wurde nach Italien zur Firma TELECO geschickt, repariert und funktioniert nun wieder einwandfrei! <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abbazia hei\u00dft Abtei!<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Donnerstag, 11.10.2018 \u2013 Bagno Vignoni \u2013 Vignoni Alto \u2013 Abbazia di Sant\u2019\nAnimo \u2013 Abbazia di Monte Oliveto Maggiore &#8211; Siena (64.484-64.591)<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Gefahrene km: Womo 107<br>\u00dcbernachtung: Camping Colleverde Siena \u20ac 35,50 <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Heute Morgen machen wir eine kleine Wanderung, hinauf zum Vignoni Alto, dem ehemaligen Dorf oben auf dem H\u00fcgel. Eigentlich liegen fast alle D\u00f6rfer bzw. St\u00e4dte in der Toskana oben auf Bergkuppen. Nat\u00fcrlich bietet sich von oben ein herrliches Panorama, aber ich glaube nicht, dass dies der Grund war, warum so viele sich entschieden oben am Hollodaro ihre Stadt zu erbauen. Vielmehr ist es ein deutliches Zeichen f\u00fcr die vielen kriegerischen Auseinandersetzungen in dieser eigentlich kleinen Region, aber hier hat halt jeder, jeden bek\u00e4mpft und versucht sein Territorium zu vergr\u00f6\u00dfern, seien es die Florentiner oder die Sienenser, oder die kleinen Stadtrepubliken, die sich nix vorschreiben lassen wollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wandern also hinauf im leichten Nieselregen. Oben finden sich ein paar Geh\u00f6fte und ein kleines bescheidenes Kirchlein. Alles ist so still und ruhig! Dann klettern wir wieder frohgemut hinunter und beginnen nach einem kleinen Mittagessen unseren n\u00e4chsten Abenteuertag.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Ziel ist\ndie Benediktinerabtei aus dem 12. Jh, aus hellem Travertin, mitten in der Wiese.\nEinst war sie eine wichtige Station auf der Via Francigena (Frankenstra\u00dfe), einer\nder wichtigsten Handelsstra\u00dfen des Mittelalters. Sie wurde um 700 von den\nLangobarden als Verbindungsweg zwischen Rom und ihrer oberitalienischen\nHauptstadt Pavia angelegt und sp\u00e4ter von den Franken ausgebaut. An die Abtei\nwar ein Hospiz angeschlossen und die Votivgaben der Pilger waren eine gute\nEinnahmequelle. Allerdings lie\u00df Papst Pius II. (schon wieder!) das Kloster\naufheben und es geriet 500 Jahre lang in Vergessenheit, bis Zisterzienser es um\n1970 wieder entdeckten. Seither wird es liebevoll gehegt und gepflegt. Ein\nwirklich beeindruckender Bau.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach klettern wir wieder in unser Womo und weiter geht es zur n\u00e4chsten Abtei, mit einer besonderen Attraktion. Die Abbazia di Monte Oliveto Maggiore ist eines der bedeutendsten Benediktinerkl\u00f6ster des Landes, 1313 gegr\u00fcndet. Allerdings ist der Ordensname Olivetaner nach dem gleichnamigen Berg benannt und die M\u00f6nche leben nach den Benediktinischen Ordensregeln. Bis ins 15. Jh entwickelte sich das Kloster zu einem religi\u00f6sen Zentrum, von Papst Pius II. (schon wieder!) gef\u00f6rdert. Die Kirche wurde im 15. Jh errichtet und leider 1772 barockisiert. Das wirklich Wertvolle ist das Chorgest\u00fchl mit wundervollen Intarsienarbeiten aus dem 16. Jh. Gleich daneben im Kreuzgang wird es spannend. Hier sind 36 riesige Wandfresken mit Szenen aus dem Leben des Hl. Benedikts zu bewundern, die meisten vom Meister Sodoma. Mit dem F\u00fchrer bewaffnet gehen wir die Reihen ab und ich lese die Erkl\u00e4rungen zu den jeweiligen Szenen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist es aber\nsp\u00e4t geworden und so d\u00fcsen wir Richtung Siena zu unserem \u00dcbernachtungsplatz,\ndenn morgen wollen wir uns die Stadt ansehen. Aber vorher wird eingecheckt und\ndann geht es ins Restaurant auf eine \u00fcberraschend gute Pizza, denn so sp\u00e4t mag\nich nichtmehr kochen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zum Palio nach Siena<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Freitag, 12.10.2018 \u2013 Siena<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Gefahrene km: Moped 9<br>\u00dcbernachtung: Camping Colleverde Siena \u20ac 35,50 <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gleich am Morgen werfe ich die Waschmaschine am Campingplatz an, denn unser Vorrat an sauberer W\u00e4sche geht zur Neige. INNERHALB VON ZWEI Stunden ist alles wieder trocken und in den F\u00e4chern eingeschlichtet. Danach wird das Mopsi aus der Garage geholt und los geht es! Weit haben wir es ja nicht und so stehen wir kurz darauf vor der Basilika San Domenico, hier kann man das Haupt der Katharina von Siena bewundern, die Schutzpatronin Sienas und meine Namenspatronin. Naja, viel gibt die Kathedrale nicht her, au\u00dfer den makaberen Sch\u00e4del. Der Rest von ihr wurde in Rom beerdigt. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber wenigstens unser Mopsi parkt hier gut und sicher. Also stiefeln wir los, Richtung Piazza Il Campo. Dazwischen kommen wir noch an Katharinas Geburtshaus vorbei, immerhin war sie das 25. und damit zweitj\u00fcngste Kind einer F\u00e4rberfamilie. Viele ihrer Geschwister starben bereits in jungen Jahren. Als sie mit 12 Jahren \u2013 wie damals \u00fcblich &#8211; verheiratet werden sollte, wehrte sie sich vehement, indem sie sich selbst ihr Haar abschnitt. Sie bettelte lange, bis sie endlich in einen strengen Frauenorden eintreten durfte. Ihre geistlichen \u00dcbungen bestanden aus Gebet, Nahrungsentzug und Selbstgei\u00dfelung. Also mich befremdet das und ich denke nicht, dass solche Lebensart den Kern des Christentums trifft. Ich wei\u00df nicht, was an solcher Lebensweise verehrenswert sein soll, wenn Jesus im Neuen Testament seinen H\u00f6rern empfiehlt: Euer Leib sei ein Tempel des heiligen Geistes!<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls wurde sie bereits zu Lebzeiten verehrt, als kluge Frau, obwohl sie weder lesen noch schreiben konnte, sondern ihre Briefe, immerhin sind 386 davon erhalten diktieren musste. Da frage ich mich, wie viel des Geschriebenen stammte dann wirklich von ihr, oder hat der bzw. die Schreiberin nur ihren Namen verwendet um den eigenen Gedanken mehr Gewicht zu geben? <\/p>\n\n\n\n<p>Mit mehr Fragen als Antworten setze ich meinen Weg fort, \u00fcber die kleinen G\u00e4sschen gelangen wir bald darauf auf den Il Campo, hier laufen emsige Vorbereitungen, denn am darauffolgenden Samstag findet wieder ein Palio statt. Die Trib\u00fcnen sind bereits errichtet und auch die Eintrittspreise kann man auf den Plakaten erfahren. Die Preise liegen zwischen 200-300 \u20ac \/ Platz. Das Spektakel dauert genau 75 Sekunden, denn die Reiter umrunden den Platz dreimal, bis der Sieger feststeht. Von den 17 Distrikten der Stadt werden jeweils 10 Teilnehmer ausgelost. Bis ins 13. Jh reicht diese Tradition zur\u00fcck, und findet eigentlich nur zweimal \/ Jahr statt, im Juli und im August. Aber anscheinend \u2013 Pecunia non olet (lateinisch: Geld stinkt nicht \u2013siehe Eintrittspreise) \u2013 kann man damit ordentlich verdienen, also warum dann nicht auch noch im Oktober einen drauflegen! Man reitet auf ungesattelten Pferden, die Jockeys werden in ganz Italien f\u00fcr die einzelnen Stadtteile verpflichtet und in mittelalterliche Kost\u00fcme gesteckt. Man darf dem Gegner eine reinhauen, die anderen behindern \u2013 mit einem Wort, der Fieseste gewinnt! <\/p>\n\n\n\n<p>Wir umrunden\nden Campo, schie\u00dfen Fotos und lassen uns in einer Pizzeria f\u00fcr einen Imbiss\nnieder. Gleich daneben ist die bekannte Konditorei Nannini zuhause also nix wie\nhin und als Nachtisch ein Nannini-Eis. Nie wieder Nannini! Der Preis doppelt so\nhoch wie sonst und der Geschmack nicht einmal ein Viertel wert! <\/p>\n\n\n\n<p>Nun aber geht es zum eigentlichen Ziel, dem Dom! Leute, das m\u00fcsst ihr wirklich gesehen haben, die Eintrittspreise sind happig, aber jeden Euro wert. Unbeschreiblich, wir stehen und staunen, von so viel Pracht. Der urspr\u00fcngliche Dom wurde im 13. Jh abgerissen und in seiner jetzigen Form gebaut. Schon die Fassade aus hellem Marmor beeindruckt, aber erst das Innere mit den kostbaren Marmorw\u00e4nden, Fresken und 52 Bodenbildern. Aber das war den B\u00fcrgern nicht genug und man plante bereits eine noch gr\u00f6\u00dfere Kathedrale, wobei die Vorhandene als Querschiff dienen sollte. Das geplante Ausma\u00df l\u00e4sst sich anhand der bereits stehenden Mauern erahnen, aber aus dem Plan wurde nix, denn 1348 wurde Siena von der Pest heimgesucht, der 80% der Stadtbev\u00f6lkerung zum Opfer fiel. Wie hei\u00dft es doch, Hochmut kommt vor den Fall. Die Pest konnte sich damals so schnell verbreiten, aufgrund einer f\u00fcrchterlichen Rattenplage. Wie wir alle wissen, hatte man es im Mittelalter mit der Reinlichkeit nicht so. Es gab keine Kanalisation, also landete alles, und damit meine ich wirklich \u201ealles\u201c auf den Gassen. Zwar gab es eine Art \u201eM\u00fcllabfuhr\u201c, aber die kam nur sporadisch und musste wahrscheinlich bezahlt werden, also versuchte man seinen Schmutz und Unrat m\u00f6glichst \u201eunbemerkt\u201c auszugie\u00dfen. Dazu kommt, dass Katzen als Hausteire nicht gesch\u00e4tzt wurden, weil sie als Hexentiere galten, was die Ratten nat\u00fcrlich sehr erfreute. Also f\u00fchrte eines zum anderen und schwups war Sienas Bev\u00f6lkerung pl\u00f6tzlich auf ein F\u00fcnftel dezimiert. Und der Dom blieb das, was er war. 1999 fand man unterhalb des Doms Reste der alten Kathedrale. Die Fresken haben nichts von ihrer Farbkraft eingeb\u00fc\u00dft, da sie \u00fcber 700 Jahre mit Schutt bedeckt waren. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres\nHighlight der Besichtigung ist die Gallerie, von der man einen herrlichen Blick\n\u00fcber Siena genie\u00dft Danach besichtigten wir noch das Baptisterium und dann\nfuhren wir wieder zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Durch die Campagne<\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Samstag, 13.10.2018 \u2013 Siena \u2013 Monteriggioni &#8211; Colle di Val d\u2019Elsa \u2013 San\nGimignano (64.591-64.648)<\/h4>\n\n\n\n<p><em>Gefahrene km: Womo 47; Moped 9<br>\u00dcbernachtung: Camping Il Boschetto di Piemma \u20ac 27,10 <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wie \u00fcblich \u00fcberst\u00fcrzen\nwir nix am Morgen, sondern genie\u00dfen unser Fr\u00fchst\u00fcck und einen Abschlusskaffe\nbevor wir wieder das Mopsi in die Garage liften und den Anker lichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das n\u00e4chste\nZiel ist nicht weit, Monteriggioni \u2013 das total ummauerte St\u00e4dtchen liegt 10km\nnordwestlich von Siena und war dessen milit\u00e4rischer Vorposten im Kampf gegen\ndie Florentiner. Insgesamt schm\u00fccken 14 wehrhafte T\u00fcrme die m\u00e4chtigen Mauern,\nmit nur 2 Stadttoren. Viel Touristenrummel und Kasernenflair, aber wenig\nCharme. Wir bleiben nicht lange, uns zieht es weiter nach Colle Alta, der\nOberstadt von Colle di Val d\u2019Elsa. Wir parken direkt neben dem Stadttor auf\neinem Schulparkplatz. Da heute Samstag ist, kein Problem! Hier finden wir den\ntotalen Kontrast, keine Menschenseele in den kleinen Gassen, und wenn sind es\nEinheimische. Nach einer kleinen Runde fahren wir weiter zu unserem\neigentlichen Ziel f\u00fcr heute, checken am Campingplatz ein, kochen ein sp\u00e4tes\nMittagessen und am Sp\u00e4tnachmittag holen wir noch das Mopsi aus der Garage und\nbrausen ins nahegelegene San Gimignano. <\/p>\n\n\n\n<p>Das St\u00e4dtchen ist total in Touristenhand und dennoch entz\u00fcckend. Wir schlendern durch die Gassen, vorbei an originell dekorierten Shops und genie\u00dfen die abendliche Atmosph\u00e4re inklusive einem k\u00f6stlichen Eis. Erst als die D\u00e4mmerung in die Nacht gleitet, fahren auch wir zur\u00fcck, schnabulieren zum Abendessen die frisch eingekauften Delikatessen und beenden den Abend bei einem Glas Rotwein (Egbert) und ich am Laptop.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht es weiter zu <a href=\"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/toskana-woche-3\/\">Toskana &#8211; 3. Woche<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/toskana-woche-2\/\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4683,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-4378","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4378","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4378"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4378\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4700,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4378\/revisions\/4700"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4683"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4378"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}