{"id":3228,"date":"2017-04-26T22:58:26","date_gmt":"2017-04-26T20:58:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/?page_id=3228"},"modified":"2021-09-04T18:16:20","modified_gmt":"2021-09-04T16:16:20","slug":"etappe-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/unsere-reisen\/sardinien-2014\/etappe-2\/","title":{"rendered":"Etappe 2: Mit der F\u00e4hre nach Sardinien"},"content":{"rendered":"<h3><em><strong>Dienstag \u2013 Mittwoch, 26.\/27.8. Olbia &#8211; Calla Ginepro<\/strong><\/em><\/h3>\n<h4><em>Sonne, Sand und Meer!<\/em><\/h4>\n<p>Wir sind rechtzeitig an Deck und bewundern den Sonnenaufgang, w\u00e4hrend die F\u00e4hre gem\u00e4chlich den Hafen von Olbia ansteuert. Mit etwas Versp\u00e4tung landen wir um 7:00 fr\u00fch. Das Ausladen geht recht rasch und ehe wir uns versehen sind wir schon auf der Landstra\u00dfe. In einem kleinen D\u00f6rfchen halten wir an und genie\u00dfen ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck bevor wir zu unserem Campingplatz weiterfahren. Schnell ist er gefunden und unter schattigen Pinien parken wir Schnecki in der N\u00e4he des Strandes.<\/p>\n<p>Den Abend lassen wir im Campingplatz Restaurant ausklingen, das sogar diesen Namen verdient.<\/p>\n<p>Der Mittwoch ist unser \u201eerster freier Tag\u201c \u2013 klingt echt komisch, wenn man auf Urlaub ist, oder? Aber irgendwie f\u00fchlt sich das so an, kein Autofahren, sondern einfach am Strand liegen, oder im Schatten der Pinien sitzen und nix tun, au\u00dfer diesen Blog hier verfassen.<\/p>\n<p>Am Abend im Restaurant stellen wir fest, wir sind f\u00fcnf Tage in Italien und es ist unsere vierte Pizza. Mal sehen wie weit wir es bis zum Urlaubsende bringen!<\/p>\n<h3><em><strong>Donnerstag, 28.8. Calla Ginepro \u2013 Serra Orios \u2013 Su Gologne &#8211; Calla Gonone<\/strong><\/em><\/h3>\n<h4><em>Sardinien pur<\/em><\/h4>\n<p>Nach einem ausgiebigen sind wir wieder auf Achse. Diesmal geht es ein St\u00fcckchen ins Landesinnere zu Serra Orios, einer Nuraghen Siedlung.<\/p>\n<p><em>Die Nuraghen war eine sehr k\u00e4mpferische Hirtenkultur, die sich im 2. Jt. Auf Sardinien etablierte. Ob Ureinwohner oder Besiedler, l\u00e4sst sich durch die Ausgrabungen nicht beantworten. Derzeit sind 7.000 Nuraghensiedlungen auf Sardinien bekannt. Das waren kegelf\u00f6rmige Festungst\u00fcrme aus roh aufeinander geschichteten Steinbl\u00f6cken. Nirgendwo auf der Welt hat man Vergleichbares bisher gefunden. Um die T\u00fcrme gruppierten sich h\u00e4ufig kleine Behausungen, ca. 13m\u00b2 gro\u00df. Die Siedlung war mit dicken Steinmauern gesch\u00fctzt. Jeder Turm hat ca. das Gebiet im Umkreis von 1km kontrolliert. Die Siedlungen wurden zwischen 1.800 und ca. 500 v. Chr. bewohnt und danach aufgegeben.<\/em><\/p>\n<p>In Serra Orios wurden siebzig Behausungen freigelegt, aber das Dorf war noch gr\u00f6\u00dfer. Durch die hohen Mauerreste bekommt man einen guten Eindruck, der damaligen Siedlung.<\/p>\n<p>Danach geht es weiter zur Su Cologne. Hier entspringt die st\u00e4rkste Quelle der Insel. Auf einem schattigen Pl\u00e4tzchen halten wir ein erfrischendes Picknick, bevor wir die Quelle besichtigen. Hier ist es angenehm k\u00fchl und man sieht, wie tief es hinab geht. Der Ursprung der Quelle ist ein gigantisches unterirdisches Wasserreservoir, dessen Tiefe noch nicht erkundet werden konnte \u2013 bisher 138 Meter, weiter konnte man nicht tauchen.<\/p>\n<p>Nun geht es zum letzten Teil unserer heutigen Etappe, wir kurven in steilen Serpentinen 800m hinunter Richtung K\u00fcste in dem Wissen, dass wir morgen fr\u00fch alles wieder retour fahren werden. Cala Gonone ist ein typischer Ferienort, mit einer h\u00fcbschen Uferpromenade an der wir abends entlang flanieren. \u00dcberall werden Tagesausfl\u00fcge angeboten zu den umliegenden Buchten, die nur mit Booten zu erreichen sind. Sicherlich w\u00e4re das sch\u00f6n, aber die Vorstellung mit 20 anderen Personen einen ganzen Tag auf einem Boot in der hei\u00dfen Sonne zu verbringen \u00fcberzeugt uns nicht.<\/p>\n<h3><em><strong>Freitag, 29.8. Cala Gonone \u2013 Camping Coccorrocci<\/strong><\/em><\/h3>\n<h4><em>Mitten in der Pampa von Sardinien<\/em><\/h4>\n<p>Heute ist Baden und Natur angesagt. Beim Fr\u00fchst\u00fcck \u00fcberlegen wir die n\u00e4chsten Optionen, bl\u00e4ttern alle drei Reisef\u00fchrer durch und entscheiden uns f\u00fcr Camping Coccorrocci, etwas abgelegen vom touristischen Mainstream. Wir kurven an der K\u00fcste entlang, und je n\u00e4her wir unserem Bestimmungsort kommen, umso einsamer und \u201enat\u00fcrlicher\u201c wird die Umgebung, das GPS empf\u00e4ngt kaum ein Signal und schlie\u00dflich gibt es gar keinen Empfang mehr f\u00fcr unser Tablet. Da, obwohl man es kaum f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, stehen wir pl\u00f6tzlich vor dem Tor des Campingplatzes.<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Areal ist nicht sehr stark bev\u00f6lkert und so finden wir schnell ein schattiges Pl\u00e4tzchen, gleich neben dem Schwimmbad, das wir aber nicht ben\u00fctzen, sondern direkt zum Strand pilgern. Hier erwarten uns gro\u00dfe Kiesel anstatt wei\u00dfem Sand. Also in die Badeschuhe geschl\u00fcpft und hinein ins k\u00fchle Nass, das wirklich erfrischt!<\/p>\n<p>Hier ist es so einsam, dass wir am Abend den sch\u00f6nsten Sternenhimmel bewundern k\u00f6nnen. \u00dcber dem Meer spannt sich die Milchstra\u00dfe \u00fcber das n\u00e4chtliche Firmament. \u00dcberall glitzert und blinkt es, wie wir es schon viele Jahre nicht mehr erlebt haben. Wir sitzen am Strand, sehen in den Himmel und lauschen den Wellen, die sanft ans Ufer sp\u00fclen.<\/p>\n<h2>Samstag, 30.8. Camping Coccorrocci \u2013 Supermarkt \u2013 Costa Rei<\/h2>\n<p><em>Sonne, Sand und Meer<\/em><\/p>\n<p>Sobald wir aus der Pampa wieder auf die Hauptstra\u00dfe einbiegen, haben wir wieder Empfang. Also schnell das n\u00e4chste Ziel eingetippt, die Costa Rei \u2013 ein 10km langer Traumstrand mit feinem wei\u00dfen Sand und Wacholderd\u00fcnen. Unsere Vorr\u00e4te gehen langsam zur Neige und deshalb suchen wir, bevor es zum Traumstrand geht noch einen Supermarkt. Anders als in Frankreich, wo man an jeder Ecke einen riesigen Supermarkt mit bestens sortierten Fisch-, K\u00e4se-, Wurst- und Fleischst\u00e4nden findet, erinnert in Italien ein Mega-Supermarkt mehr an einen Tante Emma Laden. Nach einigem Suchen werden wir f\u00fcndig und decken uns mit Ravioli, frischem Brot, Milch und nat\u00fcrlich Wei\u00df- und Rotwein ein. Bald darauf haben wir auch unser Ziel erreicht, aber zu unserer Entt\u00e4uschung ist der Campingplatz trotz Nachsaison total belegt. Das bedeutet, wir m\u00fcssen eine andere \u201eHerberge\u201c suchen. Reisef\u00fchrer gez\u00fcckt, der n\u00e4chste Platz ist 6km weiter. Hier werden wir f\u00fcndig, ganz nahe am Strand und nachdem wir uns eingerichtet haben, erobern wir den Bilderbuchstrand. Wir sehen den Surfern und Kitesurfern zu, wie sie bei idealen Windverh\u00e4ltnissen \u00fcber das Wasser flitzen. Dann st\u00fcrzen auch wir uns in die Fluten. Am Abend steht Pizza Nr. 5 auf unserem Speisezettel.<\/p>\n<h2>Sonntag, 31.8., Costa Rei \u2013 Cagliari \u2013 Torre di Chia<\/h2>\n<p><em>Sardiniens Hauptstadt menschenleer<\/em><\/p>\n<p>Mit schweren Herzen nehme ich Abschied von diesem wundersch\u00f6nem Strand, aber Cagliari, die Hauptstadt Sardiniens am Sonntag zu besichtigen ist trotz allem die bessere Entscheidung. Alle Italiener weilen am Spiaggia w\u00e4hrend wir uns direkt gegen\u00fcber dem Rathaus auf einem leeren Parkplatz einparken. Hier pr\u00e4sentiert sich Cagliari von seiner pr\u00e4chtigsten Seite, die Via Roma mit ihren breiten Arkaden und Geb\u00e4uden aus dem 19.Jh sind ein imposanter Anblick. Daneben steht der neugotische Palazzo Communale, das Rathaus. Es ist s..hei\u00df, besonders um die Mittagszeit. Also fl\u00fcchten wir in die k\u00fchlen Gassen und mit einer gro\u00dfen Eist\u00fcte bewaffnet klettern hinauf zum Castello, dem \u00e4ltesten Teil Cagliaris, von den Pisanern und Aragoniern auf einem Berg erbaut. Dicke Mauern sch\u00fctzen die Patrizierh\u00e4user und die Kathedrale. Wir betreten das Castello durch das Elefantentor. Egbert klettert hinauf und genie\u00dft den Blick \u00fcber die Stadt und den hafen, w\u00e4hrend ich mich im Schatten abk\u00fchle und das Foto schie\u00dfe. Wie gesagt, es ist Sonntag und alle Kirchen sind verschlossen, schade, wir h\u00e4tten sie gerne von innen gesehen! So machen wir einen Rundgang, durch die menschenleeren Gassen und landen schlie\u00dflich wieder unten beim Hafen.<\/p>\n<p>Wir sind erleichtert, denn Schnecki ist unversehrt. Seit unserem Frankreich Erlebnis sind wir vorsichtig geworden und nun&nbsp; werden jedes Mal s\u00e4mtliche Wertsachen ordentlich \u2013 bzw. unsichtbar \u2013 verstaut. Frohgemut reisen wir weiter zu unserem n\u00e4chsten St\u00fctzpunkt, Torre di Chia \u2013 auch hier ist der Strand wundersch\u00f6n, eine kleine Bucht mit glasklarem Wasser. Und hier werden wir ausruhen, damit ich endlich den Blog online stellen kann!<\/p>\n<h2>Montag, 1.9. Torre di Chia<\/h2>\n<p>Herrlich so ein Ruhetag! Morgens werden wir sehr st\u00fcrmisch von einem heftigen Wind begr\u00fc\u00dft. Alles flattert und knattert. Nachdem sich die Butter in Windeseile mit Staub \u201e\u00fcberzuckert\u201c verlegen wir das Fr\u00fchst\u00fcck in das Wageninnere, w\u00e4hrend es drau\u00dfen saust und braust. Also beginne ich wie vorgenommen an meinem Blog zu feilen w\u00e4hrend die W\u00e4sche in der Campingplatzwaschmaschine ihre Runden dreht. Zumindest einen Vorteil hat der Wind, die W\u00e4sche trocknet sehr schnell. Am sp\u00e4ten Nachmittag l\u00e4sst das Sausen endlich nach. Wir erklimmen den Torre und genie\u00dfen den Ausblick \u00fcber die Bucht und das Umland. Die gesamte K\u00fcste Sardiniens war einst von Torres bewacht. Meistens waren sie von zwei Soldaten besetzt, die Alarm schlugen, wenn sich feindliche Schiffe haupts\u00e4chlich Piraten n\u00e4herten. Es gab aber auch Torres mit einer Besatzung von zehn Soldaten, die sogar mit Kanonen ausgestattet waren. Jedenfalls lagen diese Torres in Sichtweite an strategisch g\u00fcnstigen Aussichtspunkten, um Nachrichten schnell weiterleiten zu k\u00f6nnen. Derzeit ist man dabei, die noch vorhandenen Torres zu restaurieren um ein St\u00fcckchen der Sardischen Geschichte zu bewahren. Den Abend lassen wir bei Pizza und Fritto Misto Mare ausklingen.<\/p>\n<h2>Dienstag, 2.9. Torre di Chia \u2013 Sant\u2018 Antiochu &#8211; Buggeru<\/h2>\n<p><em>Strand \u2013 Str\u00e4nde &#8211; am Str\u00e4ndesten<\/em><\/p>\n<p>Heute geht es weiter Richtung Norden, denn das Ziel ist \u2013 einmal Sardinien rundherum. Wie immer starten wir am sp\u00e4ten Vormittag, nachdem alles verstaut, ab- und aufgef\u00fcllt ist. Unser n\u00e4chstes Etappenziel ist die Insel Sant\u2018 Antiochu, die \u00fcber einen Damm mit Sardinien verbunden ist. Auf der Durchreise entdecke ich in einem D\u00f6rfchen einen Laden, der Strandutensilien verkauft und finde endlich eine H\u00e4ngematte. Dieses Utensil fehlt bisher in unserer Ausstattung, denn unsere Campingst\u00fchle sind nicht sehr bequem, wenn man sich ausruhen oder ein Buch lesen will.<\/p>\n<p>Wir fahren \u00fcber den Damm auf die Insel, fahren mit Schnecki eine kleine Stadtrundfahrt und beschlie\u00dfen weiterzufahren. Es ist schon sp\u00e4ter Mittag und Hunger meldet sich. Kurz darauf entdecken wir einen wundersch\u00f6nen Strand mit Parkplatz, halten an und genie\u00dfen einen Mittagsimbiss mit direktem Blick aufs blaue Meer. Nach dem Espresso folgt noch ein kurzer Verdauungsspaziergang \u00fcber den Strand, der wirklich sehenswert ist. Danach geht es weiter zu unserem \u00dcbernachtungsziel. Allerdings liegt der einzige Campingplatz weit und breit ca. 1km im Landesinneren, keine sehr reizvolle Vorstellung. Aber Egbert hat etwas anderes entdeckt, einen Stellplatz bei einem Pizzarestaurant in der N\u00e4he, den wollen wir erkunden. Wenn es nix ist, k\u00f6nnen wir noch immer ins Landesinnere ausweichen. VON WEGEN!!!! Der Stellplatz entpuppt sich als Traumlage \u2013 eben am Str\u00e4ndesten! In Terrassen sind breite Fl\u00e4chen angelegt, wo man das WoMo gegen eine Tagesgeb\u00fchr von 10\u20ac parken kann, mit einem herrlichen Blick \u00fcber das Meer und den Strand. Schnell ist ein Pl\u00e4tzchen gefunden, wir parken und genie\u00dfen eine Aussicht, die wirklich bemerkenswert ist. Der einzige Nachteil \u2013 es gibt keinen Stromanschluss, also wird der K\u00fchlschrank auf Gasbetrieb gestellt und die Kaffeemaschine f\u00fcr den Espresso mit dem eingebauten Konverter f\u00fcr die Klimaanlage betrieben. Am Abend klettern wir zum Strand hinunter halten unsere F\u00fc\u00dfe in die warmen Wellen und genie\u00dfen, genie\u00dfen, genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das Rauschen der st\u00fcrmischen Brandung wiegt uns in den Schlaf.<\/p>\n<h2>Mittwoch, 3.9. Buggerru<\/h2>\n<p>Am Morgen beim Fr\u00fchst\u00fcck mit Blick auf das t\u00fcrkisfarbene Meer wird einstimmig beschlossen noch einen Tag anzuh\u00e4ngen. Am Vormittag machen wir einen ausgiebigen Strandspaziergang und danach einen kurzen Abstecher ins nahegelegene Buggerru, ein ehemaliges Bergwerksdorf, um uns im Mercato mit dem notwendigsten einzudecken. Den Nachmittag verbringen wir am Strand, lassen die F\u00fc\u00dfe und die Seele baumeln und uns die Sonne auf den Bauch scheinen. W\u00e4hrend ich das Abendessen richte versucht Egbert den Sonnenuntergang vor unserer T\u00fcre in Bildern festzuhalten. Ich denke, das ist ihm ganz gut gelungen!<\/p>\n<h2>Donnerstag, 4.9. Buggerru \u2013 Alghero<\/h2>\n<p>Heute fr\u00fch ging es nach dem Fr\u00fchst\u00fcck nochmals nach Buggerru, denn dort gibt es am Hafen eine Camper Service Stelle, um das Abwasser loszuwerden. Das haben wir gestern erkundet leider w\u00e4hrend der Siesta und da geht in Italien und ganz ganz besonders in Sardinien n\u00e4mlich gar nix!<\/p>\n<p>Also nochmals hin \u2013 diesmal zwar nicht zur Siesta Zeit sondern zur Festzeit, denn der gesamte Hafen ist abgesperrt wegen einem Riesenfest zu dem viele Busse mit noch mehr Leuten gekommen sind. Irgendwie schafft es Egbert mit seinem Charme sich bis zum Hafen durchzuschlagen, wo wir endlich alle Abwasser loswerden. Als wir erleichtert die Weiterreise antreten wollen, geht gar nix mehr! Wir sollen warten, bis Luna \u2013 das ist, stellt sich heraus 13:00 \u2013 ein bisserl lang! Die nette Polizistin in ihrer feschen Uniform palavert per Funkger\u00e4t lautstark mit ihrer Kollegin, die ein striktes Niente ert\u00f6nen l\u00e4sst. Egbert l\u00e4sst nochmals nicht nur den Charme spielen sondern wirft noch eine Notl\u00fcge drauf, dass wir heute noch nach Livorno zur F\u00e4hre m\u00fcssten. Das Palaver beginnt von vorne, und klingt genauso hysterisch wie vorhin. Aber auch das kann Egbert nicht aus der Ruhe bringen, er interpretiert es als italienische Conference und wartet ab. Diese Beharrlichkeit f\u00fchrt, wie gewohnt zum Ziel, denn pl\u00f6tzlich winkt uns die nette Polizistin weiter und wir d\u00fcrfen gegen die Einbahn durch das ganze Dorf fahren, wobei uns alle Polizisten, die am Rande postiert sind freundlich durchwinken, nur die \u201eHysterische\u201c ignoriert uns pflichtschuldig!<\/p>\n<p>Nun geht es an der K\u00fcstenstra\u00dfe entlang, neben dem t\u00fcrkisblauem Meer, einem azurblauem Himmel und bl\u00fchenden Oleanderb\u00fcschen. Da wir auf unserer Klippe einen Tag angeh\u00e4ngt haben, hinken wir im Zeitplan hinten nach. Deshalb ist die heutige Etappe auch doppelt so lang. Wir kurven und kurven, bergauf und bergab, langsam beginnen unsere M\u00e4gen zu knurren, aber weit und breit ist kein ordentliches Ristorante zu finden oder wenigstens ein nettes Haltepl\u00e4tzchen. Endlich, als wir die Hoffnung schon fast aufgeben, landen wir bei einem Sandstrand am Meer. Hier essen wir gem\u00e4chlich bei offenem Fenster mit Blick aufs Meer. Und gest\u00e4rkt setzen wir unsere Reise fort und landen am sp\u00e4ten Nachmittag auf dem Campingplatz bei Alghero. Ein Pl\u00e4tzchen ist schnell gefunden unter B\u00e4umen, direkt an der Lagune neben der alten R\u00f6merbr\u00fccke, die uns an Avignon erinnert.<\/p>\n<h2>Freitag, 5.9. Alghero<\/h2>\n<p>Nach einem ausgiebigem Fr\u00fchst\u00fcck mit direktem Blick auf die R\u00f6merbr\u00fccke geht es zur Bushaltestelle, direkt neben dem Campingplatz. W\u00e4hrend der Fahrt hinein nach Alghero z\u00e4hle ich auf, wo wir schon \u00fcberall mit \u00d6ffis unterwegs waren, die Liste ist mittlerweile beachtlich \u2013 beginnt mit B, wie Bangkok und endet mit W, wie Wien. Dazwischen liegen so illustre Orte wie New York, Marrakesch, Aix en Provence, usw., bevor wir fertig sind mit dem Aufz\u00e4hlen sind wir schon bei der Endstation, direkt am Hafen angelangt.<\/p>\n<p>Alghero gilt als sch\u00f6nste Stadt Sardiniens. \u201eSardisch ist sie allerdings nicht, da die Spanier hier fast 400 Jahre lang regierten. Der spanische Charakter jhat sich bis heute erhalten, in den zweisprachigen Aufschriften und in der Architektur, schmale Pflasterstrassen, historische Prachtfassaden, verstreute kleine Piazzas. Die meisten Bewohner sind noch immer katalanischer Abstammung und man spricht einen katalanischen Dialekt.<\/p>\n<p>Zum Hafen hin ist die Altstadt durch m\u00e4chtige Bastionen gesch\u00fctzt, wir steigen die Treppen hinauf und landen auf jener Piazza, wo einst Karl V. im Palazzo Albi aus einem gotischen Zwillingsfenster hinausgesehen hat. Das betreffende Fenster ist noch immer zu sehen, seine Fl\u00fcgel sind ge\u00f6ffnet, so als w\u00e4re Karl V. noch immer drinnen. Wir schlendern durch die engen Gassen, die eine angenehme K\u00fchle spenden in der sengenden Mittagshitze. Wir besuchen die Chiesa San Francesco aus dem 14. Jh. Danach besichtigen wir die Kathedrale, welche auf den Resten einer Moschee w\u00e4hrend der Herrschaft der Sarazenen im fr\u00fchen Mittelalter gebaut wurde. Die Gr\u00f6\u00dfe der Kirche offenbart sich erst in ihrem Inneren, zwischen den engen H\u00e4usern ist au\u00dfen nur die R\u00fcckwand mit dem hohen Campanile (Glockenturm) erkennbar. Zum Schluss flanieren wir entlang der Stadtmauer, betrachten das bunte Treiben und wandern schlie\u00dflich wieder Richtung Busstation. M\u00fcde kehren wir zum WoMo zur\u00fcck und genie\u00dfen die Abendstimmung am Ufer der Lagune.<\/p>\n<h2>Samstag, 6.9. Alghero \u2013 Nuraghe Palmavera \u2013 Basilica della Santissima Trinita \u2013 Castelsardo &#8211; Valledoria<\/h2>\n<p>Heute starten wir zu unserer letzten Etappe, die Nordk\u00fcste Sardiniens. Das erste Ziel ist nicht weit, die Nuraghe Palmavera, diese beeindruckende Anlage liegt direkt an der Hauptstrasse, mit einem Haupt-und Nebenturm aus riesigen Sandstein und Trachytbl\u00f6cken, sowie Grundmauern von 50 H\u00fctten. Der Hauptturm stammt aus 1.500 v. Chr., w\u00e4hrend der Nebenturm erst 400 Jahre sp\u00e4ter hinzugef\u00fcgt wurde, ebenso wie die Festungsmauern rundherum. Vom Hauptturm ist auch das Dach noch komplett erhalten, erstaunlich wie viele Jahrhunderte, bzw. Jahrtausende dieses Bauwerk schon standh\u00e4lt! Wir klettern durch die erstaunlich gut erhaltene Anlage und ich hole mir eine saftige Beule, weil die steinernen T\u00fcrbogen wirklich niedrig sind. Aber ich bin sicherlich nicht die erste, der dies passiert, wer wei\u00df wie viele schon vor mir sich die Stirn gerieben haben! Im Festungsbereich wurden auch die Grundmauern einer Versammlungshalle freigelegt.<\/p>\n<p>Auf der Weiterreise halten wir in Sassari der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt beim riesigen Supermarkt der franz\u00f6sischen Kette Auchan. Egbert findet k\u00f6stlichen Fromage, und die Sardinen f\u00fcrs Abendessen landen ebenfalls im Einkaufswagen, so wie das knusprige Baguette, was ich vermisse sind die herrlichen franz\u00f6sischen Pasteten. Nicht eine einzige ist zu finden, daf\u00fcr Meterweise alle m\u00f6glich Ab- und Unarten von Prosciutto! Also merkt man doch, dass man in Italien ist, obwohl, die korsische K\u00fcste ist nicht mehr weit!<\/p>\n<p>Danach geht es weiter ins Landesinnere, zur Basilica della Santissima Trinita. Diese Kirche steht kann alleine in einem breitem Tal, vom angeschlossenen Kamaldulenser Kloster sind nur mehr Ruinen zu sehen. Die Kirche aus dem 12. Jh ist im typisch pisanisch-toskanischen Stil erbaut, der unverwechselbare Zebralook aus wei\u00dfem Kalk und schwarzem Basalt. Der Parkplatz ist sehr leer, und so stellt Egbert Schnecki sehr gro\u00dfz\u00fcgig ab. Wir dinieren frischen K\u00e4se und knuspriges Baguette mit direktem Blick auf die Kirche. Nach dem Espresso besichtigen wir dann die Kirche und die Klosterreste.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag brechen wir auf zu unserer letzten Etappe, Richtung Castelsardo, ein hoher Fels, an drei Seiten vom Meer umsp\u00fclt, die altergrauen Mauern eines genuesischen Kastells, am Hang darunter pastellfarbene H\u00e4userfronten in der Abendsonne. Wir finden ein Pl\u00e4tzchen am Hafen und fotografieren, danach gibt es eine kleine Stadtrundfahrt w\u00e4hrend wir unserem Schlafplatz zustreben, einer Klippe direkt \u00fcber dem Meer.<\/p>\n<h2>Sonntag, 7.9. Auf den Klippen Valledorias<\/h2>\n<p>Hier gef\u00e4llt es uns so gut, dass wir aus zwei N\u00e4chten drei machen, die Ruhe genie\u00dfen, die herrliche Aussicht und ab und zu den kleinen Weg hinunter zum Strand nehmen um ins warme Meer einzutauchen.<\/p>\n<p>So l\u00e4sst sich Urlaub machen!<\/p>\n<h2>Dienstag, 9.9. Palau<\/h2>\n<p>Weiter geht es die Westk\u00fcste entlang Richtung Norden nach Palau. Eigentlich hatten wir einen Ausflug auf die nahe Insel geplant, aber wir lassen das Schiffchen vorbeiziehen und denken mit Wehmut an unsere sch\u00f6nen Klippentage.<\/p>\n<p>Aber auch dieser Campingplatz hat etwas Besonderes zu bieten, er liegt mitten in den Felsen des Capo d\u2019Orso ( des B\u00e4rengebirges), die hier bis zum Meeresufer reichen. Wir klettern zwischen den Felsen herum und bewundern zum wiederholten Male die herrliche Aussicht und Natur Sardiniens.<\/p>\n<p>Bevor wir am n\u00e4chsten Tag zu unserer letzten Etappe aufbrechen lassen wir nochmals unseren Blick \u00fcber die Bucht von Palau schweifen mit ihren vorgelagerten Inseln.<\/p>\n<h2>Mittwoch, 10.9. Costa Smeralda<\/h2>\n<p>Danach geht es entlang der Costa Smeralda, der Tummelplatz der Reichen und Superreichen mit herrlichen Blicken \u00fcber die Klippen und Buchten.<\/p>\n<p>Unser letzter \u00dcbernachtungsplatz liegt schon ganz nahe von Olbia. Auch dieser Campingplatz hat einen wundervollen Swimmingpool. Wir liegen in der Sonne, und genie\u00dfen unseren letzten Abend auf Sardinien.<\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/unsere-reisen\/sardinien-2014\/etappe-3-zurueck-nach-wien\/\">Hier geht es zur 3. Etappe.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/unsere-reisen\/sardinien-2014\/etappe-2\/\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1872,"parent":1777,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3228","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3228","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3228"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3228\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7324,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3228\/revisions\/7324"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1777"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1872"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.simonis.co.at\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3228"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}