Das Spiel des Lebens – Teil 1

Freitag, 28.10.2016, 1:34

Betrachtet man unser Dasein in der Relation zur Welt, so kann man es nur kurzweilig nennen. Vor gut 3.000 Jahren bezeichnete der Autor des biblischen Werks Kohelet bereits im ersten Vers seines Buches, unser Sein als „Windhauch“. Ich denke, das trifft es ganz gut. Andererseits betrachten wir unser eigenes Leben, so empfinden wir es als IST im Hier und Jetzt. Eine Zeit ohne mein Sein denkt sich für mich abstrakt, sprich unvorstellbar. Kurz gesagt: die Welt existiert, weil ich bin und die Zeit wird bestimmt durch mein Sein. In dieser Diskrepanz leben wir – unser Leben ist einerseits einmalig und gleichzeitig gerade ein Wimpernschlag im Erdensein.

Ich persönlich glaube nicht an die Evolution, das sind zu viele Verwirrungen. Ein kleines Beispiel: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich die Erdumdrehung stetig verlangsamt. Bei der Annahme eines Erdalters von rund 4,5 Milliarden Jahren, dauerte zu dieser Zeit rückgerechnet ein Erdentag nur 14 Stunden und die Erdanziehung muss damals fast doppelt so stark gewesen sein, wie heute. Nun meine Frage an die Wissenschaft: Welche Auswirkungen hat ein anderes Inertialsystem (stärkere Erdanziehung) auf die für uns geltenden physikalischen Gesetze – können wir diese denn dann noch als für gegeben voraussetzen? Welche Auswirkungen hat die stärkere Erdanziehung auf die Organismen, die sich damals von selbst durch Zufall bilden sollten? Wenn der Tag damals fast halb so kurz war wie heute, ist dann auch das angenommene Alter dementsprechend weniger?

Ich glaube an einen Schöpfer, der die Welt-App kreierte, indem er Software und Hardware zu einer komplexen unnachahmlichen Interaktivität programmiert und konfiguriert hat, das ultimative Pokemon-Go. Denn anstatt sich die App herunterzuladen, werden wir selbst in sie hineingeladen – wir nennen das geboren. Und damit beginnt das Spiel des Lebens. Niemand liest gerne Betriebsanleitungen, und ganz besonders gilt das für Apps. Sie werden intuitiv erfasst und gespielt. In unserem Fall sind unsere Eltern unser Vorbild. Wir sehen ihnen bei ihrem intuitiven Spiel zu, bis wir denken, nun alleine klar zu kommen beim Erklimmen der einzelnen Level.

Wie wird man Avatar in diesem Spiel des Lebens? Welche Features muss ich im Laufe des Spiels einsammeln um weiterzukommen? Wohin führt mich mein Weg? Welchen Level will ich erreichen? Kann ich wieder von vorne beginnen oder muss ich das Spiel in einem zu Ende spielen? Wo und wie kann ich aussteigen, wenn ich nicht mehr will? Welcher Sieg winkt mir, wenn ich erfolgreich zu Ende spiele und was erwartet mich, wenn ich das nicht tue? Was ist überhaupt „erfolgreich“ im Spiel des Lebens?

Wenn ich so darüber nachdenke, werfe ich mehr Fragen auf, als ich beantworten kann. Das macht mich müde, Gute Nacht!

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