Das Ende – ein Neubeginn

Donnerstag, 13.10.2016 – 00:41

Ich kann nicht schlafen. Gestern früh ist unsere Oma verstorben. Meine Gedanken wandern und kommen nicht zur Ruhe. Aber ich denke, ihr Tod ist ein guter Einstieg um mit meinem Internet Tagebuch zu beginnen. 

Sie war eine tolle Frau, das sagt jeder, der sie gekannt hat. Und meinen Kindern war sie  die allerbeste Oma. Dafür bin ich ihr sehr sehr dankbar. Sie war alt, wirklich alt – im 93. Lebensjahr. Wir wussten, dass das Ende bevorsteht und dennoch, hinterlässt ihr Tod eine tiefe Lücke in meinem Herzen. Sie hat mich fast 40 Jahre meines Lebens begleitet, eine lange Zeit. Wir sind miteinander und aneinander gewachsen und das finde ich schön.

Sie ist gegangen und obwohl alles von ihr hier geblieben ist, ist nichts mehr von ihr da. Der Gedanke, sie nie wieder zu sehen, zu umarmen oder mit ihr zu reden, ist noch undenkbar. Aber, dass wir nie tiefer, als in Gottes Gnade fallen, das tröstet mich.

Die Vorstellung, dass Gott ewig existiert, unabhängig von Zeit und Raum fällt mir sehr schwer. Gott existiert in der vierten Dimension und ist damit für uns 3D-ler unerreichbar. Alle unsere Vorstellungen oder Ideen sind letztendlich anthropomorph und damit ungeeignet, um sich die Ewigkeit vorzustellen. Dennoch will ich es versuchen, und dazu begebe ich mich in die Welt der Ameisen. Sie sind 2D-ler, also eine D weniger als wir.

Ich ziehe Rückschlüsse auf die 4D durch die Wahrnehmungsdifferenz von 2D und 3D. Als 2D-ler, können Ameisen nur auf einer Ebene entlanglaufen, egal ob es einen Grashalm hinaufgeht oder über unebenen Waldboden dahin, für sie gibt es nur eine Richtung – und die lautet vorwärts.

Ich stelle mir eine Tischplatte vor, auf der Ameisen entlang einer Ameisenstraße ziehen. Wenn ich mit dem rechten Zeigefinger den Beginn der Straße berühre und mit dem linken das Ende, so bin ich Herr über die Ameisenzeit, ein erstaunliches Gefühl. Ich stehe da, und die Ameise krabbelt entlang, während ich mich in ihrer Vergangenheit und Zukunft gleichzeitig aufhalte und sie in ihrer Gegenwart beobachte.

So ähnlich sehe ich unseren Schöpfer, vor einer Riesentischplatte stehen, über die abertausende Straßen ziehen, und bei allen ist Er Anfang und Ende in einem. Auf diese Weise können wir  nie tiefer, als in Gottes Gnade fallen.

Oma hat das Ende ihrer irdischen Lebensstraße erreicht, das gleichzeitig ein Neubeginn ist. Sie lässt uns zurück und ist uns voraus. Und wir sind hier noch gefangen, in diesem irdischen Tollhaus, das keine Ruhe findet.

Wie schön könnte die Welt sein, wenn wir sie mit den Augen Gottes sehen würden, schön und wunderbar! Aber nur weil es niemand tut, heißt das noch lange nicht, dass ich es nicht tun kann. Ich möchte die Welt mit Gottes Augen sehen und das ist der eigentliche Grund für dieses Internet-Tagebuch. Hier will ich ehrlich und schnörkellos über mein Scheitern und Siegen berichten, bei dem Versuch hinter die 3D-Kulisse zu blicken und die Welt mit des Schöpfers Augen zu betrachten. Mal sehen, wie mir das gelingt.

Morgen werde ich ein bisserl mehr über die Oma schreiben, gute Nacht!

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